17.09.2025
An- und Umbau auf engstem Raum
Die Baur & Cie AG baut in Winterthur einen Hausteil um und erweitert ihn um einen grosszügigen, zweigeschossigen Anbau. Mitten im Wohnquartier und umgeben von rund 20 Grundeigentümern ist der Bauplatz logistisch anspruchsvoll.
Polier Domingos Freitas und sein Team geben trotz der sommerlichen Hitze alles, um den Bauablauf reibungslos voranzutreiben. In den letzten Junitagen schalen sie die oberste Betondecke des Anbaus an der Wallrütistrasse 73 in Winterthur. Am folgenden Tag werden die Bewehrung verlegt und die Einlagen für die Elektroerschliessung gemacht. Nach dem Betonieren der letzten Decke folgen kleinere Schlussarbeiten – wenige Tage später ist der Rohbau abgeschlossen.
«Unser Auftrag umfasst den Umbau eines bestehenden Hausteils und dessen Erweiterung durch einen zweigeschossigen Anbau. Die neuen Flächen fügen sich auf beiden Etagen nahtlos in den Bestand ein. Zusätzlich erstellen wir eine kleine Stützmauer im Garten zur Abgrenzung des Grundstücks », erklärt Adrian Imper, Bauführer der Baur & Cie AG. Das Team um Polier Domingos Freitas ist seit Anfang Mai vor Ort, der Zieleinlauf gelang ihnen in der ersten Juli-Woche.
Überraschungen trotz guter Planung
Als die Umbau-Profis der Bereuter- Gruppe die Arbeiten am Projekt aufnahmen, war der Hausteil bereits geräumt. Die Kollegen der Bereuter Baugrubentechnik AG (BGT) übernahmen den Rückbau eines kleinen hölzernen Anbaus mitsamt Betonfundamenten und führten den Aushub für die Bodenplatte des kellerlosen Anbaus aus.
Dass Umbauprojekte Überraschungen bergen, wissen Imper und sein Team aus langjähriger Erfahrung. Das Winterthurer Projekt bildet diesbezüglich keine Ausnahme. «Vor dem Aushub zeigte sich, dass die Humusschicht belastet war und separat abgeführt werden muss», so Imper. Im weiteren Verlauf traten zusätzliche Unvorhersehbarkeiten auf: «Unter den Eternitplatten der Fassade kam eine Verkleidung mit Zelltonplatten zum Vorschein. Damit hatte niemand gerechnet, weshalb die Planer verschiedenste Masse anpassen mussten», erklärt Polier Freitas. Mehrere Bestellungsänderungen der Bauherrschaft führten zu weiteren Anpassungen. «In Anbetracht dessen sind wir froh über die gute und konstruktive Zusammenarbeit mit der Bauherrschaft und der Bauleitung», betont Imper.
Wenig Platz und viele Nachbarn
Auf die grössten Herausforderungen angesprochen, blicken Bauführer und Polier spontan um sich: «Wir bauen hier mitten in einem Wohnquartier. Rund 20 Grundeigentümer sind direkt oder indirekt vom Baubetrieb betroffen», sagt Imper. Um sie frühzeitig einzubinden, informierte er sie mit einem Rundschreiben über die bevorstehenden Arbeiten. Ein zweites Schreiben stellte er ihnen vor dem Stellen des Krans zu, denn die Kranmontage blockierte die Quartierstrasse einen halben Tag lang. Das diplomatische Vorgehen zahlte sich aus: «Ich habe keine einzige Reklamation erhalten», so Imper.
Die Dichte im Quartier prägt den Baualltag bis zum Schluss mit: «Die Lastwagen mussten das letzte Stück jeweils rückwärts anfahren, denn wenden ist beim Bauplatz unmöglich», erklärt Freitas. Auch der Lagerplatz auf dem Grundstück ist so knapp bemessen, dass nur das wirklich benötigte Material und Gerät vor Ort bleiben kann. Die brütende Juni-Hitze setzte den erschwerten Bedingungen schliesslich noch das i-Tüpfelchen auf.
Das eingespielte Team um Imper und Freitas lässt sich davon nicht beirren: Es liefert zuverlässig, bleibt geduldig und flexibel. Oder wie Polier Freitas es treffend sagt: «Typisch Umbau. Auch wenn gut geplant wird, kommt es nie ganz so, wie man denkt.»
