16.03.2026
Die Köpfe hinter den Bereuter-Kanälen
Sie planen, texten, filmen und posten: Mara Wenk und Starlyn Santana betreuen gemeinsam die Social-Media-Kanäle der Bereuter Gruppe, Nathan Dörflinger jene der Bereuter Totalunternehmung AG. Im Gespräch erzählen sie, warum ihre Arbeit an den Kanälen mehr ist als nur Likes und Reichweite.
Eure Posts sind auf LinkedIn, Instagram und Facebook sichtbar. Ihr selbst bleibt (meist) im Hintergrund. Wer seid ihr und wie seid ihr an die Schalthebel der Bereuter-Kanäle gekommen?
Mara: Ich bin KV-Lernende im sechsten Semester und arbeite aktuell bei der Bereuter AG. Schon im vierten Semester meiner Lehre bin ich in die Social-Media-Arbeit hineingerutscht. Anfangs habe ich die damalige Verantwortliche unterstützt, Informationen gesammelt und Bilder organisiert. Mit der Zeit durfte ich auch selbst Posts planen und umsetzen.
Starlyn: Ich bin ebenfalls KV-Lernender im sechsten Semester und arbeite derzeit bei der Bereuter Bau AG. Bei mir war der Weg ähnlich. Schon früh in der Lehre durfte ich kleinere Beiträge machen und hatte Spass daran. Als CEO Adrian Thomann später Mara und mich anfragte, ob wir die Kanäle der Gruppe übernehmen wollen, war das ein cooler Schritt.
Nathan: Ich bin seit gut einem Jahr als Sachbearbeiter bei der Bereuter Totalunternehmung AG tätig. Social Media war bei mir bereits im Vorstellungsgespräch ein Thema. Kurz nach meinem Antritt habe ich dann begonnen, die Kanäle zu erstellen und aufzubauen.
Was hat euch motiviert, diese Aufgabe zu übernehmen?
Starlyn: Es ist kreativ. Ein Post geht online, und man bekommt direkt Rückmeldungen, sei es in Form von Antworten, Views oder Likes.
Mara: Für mich ist es eine schöne Abwechslung zur klassischen Büroarbeit. Man kann etwas gestalten und konkret beeinflussen, wie das Unternehmen nach aussen wahrgenommen wird.
Nathan: Mich motiviert die Verantwortung. Social Media trägt nach aussen, wofür ein Unternehmen steht. Das finde ich spannend.
Wie spürt ihr diese Verantwortung im Alltag?
Nathan: Was wir posten, ist sofort öffentlich. Deshalb überlege ich mir jeden Satz, jedes Emoji und jeden Bildausschnitt sehr genau.
Starlyn: Ich spüre sie am stärksten, wenn ich selbst in einem Kurzvideo auftauche. Dann fühlt es sich an, als würde ich wirklich für das Unternehmen sprechen. Und das macht schon nervös.
Mara: Ich stehe lieber hinter der Kamera. Aber auch dort weiss ich: Was ich hier mache, ist danach im Namen der Firma öffentlich. Wirkt dieser Druck manchmal belastend?
Starlyn: Die Verantwortung zu tragen, ist für mich okay. Die grössere Herausforderung ist der Zeitaufwand, den wir neben unseren anderen Aufgaben haben, vor allem jetzt vor dem QV.
Mara: Das geht mir gleich. Wir arbeiten natürlich nicht die ganze Zeit an Social Media. Im Kopf begleitet es uns aber ständig, man ist gedanklich immer bei den nächsten Posts.
Wie sieht eine typische Social- Media-Woche aus?
Starlyn: Wir posten jeweils montags, mittwochs und freitags. Dieser Rhythmus bringt Herausforderungen mit sich: Den Montagspost müssen wir bereits am Freitag vorbereiten, damit nach dem Wochenende kein Stress entsteht.
Mara: Der Mittwochspost braucht ebenfalls Vorbereitung, weil wir an diesem Tag in der Berufsschule sind. Der Freitagspost ist für uns am entspanntesten.
Nathan: Bei der TU ist der Rhythmus einfacher: ein Post pro Woche, immer am Dienstagabend. Ich setze mich jeweils am Freitagnachmittag hin, um den Post zu entwerfen und vorzubereiten. So bleibt zu Beginn der Woche genügend Zeit für Kontrollen und Freigaben.
Woher kommen die Ideen für eure Posts?
Mara: Ein bisschen von überall her. Ideen entstehen aus alltäglichen Situationen, aus Gesprächen, aus konkreten Brainstormings oder auch durch Social-Media-Aktivitäten anderer Unternehmen.
Starlyn: Wir führen eine Thementabelle. Darin halten wir fixe Termine fest, zum Beispiel ein Sommerfest, einen Raclette-Plausch, Schulungsveranstaltungen oder die Übergabe neuer Maschinen. In der Tabelle sammeln wir aber auch lose Ideen, die wir weiterverfolgen können, wenn nichts Konkretes ansteht. Zusätzlich habe ich in meinem Posteingang einen separaten Ordner, in dem ich Infos für mögliche Postings ablege.
Nathan: Bei mir sind die Themen klarer und meist von unserer Verkaufsabteilung getrieben. Dort laufen viele Fäden zusammen, sei es bei Projekten, Verkaufsstarts oder Events. Die Herausforderung liegt darin, ähnliche Inhalte abwechslungsreich zu präsentieren.
Was hat euch überrascht, als ihr die Social-Media-Kanäle übernommen habt?
Mara: Mich hat überrascht, wie viel Planungs- und Koordinationsarbeit hinter jedem Post steckt. In einer ersten Phase habe ich die frühere Social-Media-Verantwortliche vor allem bei der Umsetzung unterstützt. Da habe ich gar nicht wahrgenommen, was alles nötig ist, damit ein Post überhaupt entstehen kann.
Starlyn: Heute liegt vieles bei uns: Wir führen die Themenplanung, fordern Infos, Fotos und Videos ein und prüfen das Material. Am Schluss müssen die entworfenen Posts noch kontrolliert und freigegeben werden. Das braucht alles Zeit.
Nathan: Mich überrascht bis heute die Performance einzelner Posts. Man weiss nie ganz zuverlässig, was gut läuft. Es gibt Posts, in die ich viel Zeit investiere und die dann schwache Zahlen liefern. Und andere, die fast nebenher entstehen und plötzlich schöne Ergebnisse bringen.
Für die SoMe-Inhalte seid ihr auf Infos, Fotos und Videos von Mitarbeitenden angewiesen. Wie funktioniert die Zusammenarbeit.
Nathan: Bei der TU ist der Austausch eng, direkt und unkompliziert. Das gilt vor allem für den Verkauf und die Bauleitung, die nahe am Puls der Projekte sind.
Starlyn: Grundsätzlich läuft die Zusammenarbeit gut. Den Kaderleuten und Mitarbeitenden der Bereuter- Firmen ist bewusst, dass die Kommunikation über Social Media wichtig ist. In der Umsetzung kann es aber auch mal schwierig werden. Der Baualltag ist hektisch und fordert viel Einsatz. Da bleibt nicht immer die Zeit oder die Lust, das Handy zu zücken und auf der Baustelle möglichst schöne Fotos zu machen.
Mara: Die Qualität der Fotos und Videos ist entsprechend unterschiedlich. Manche Mitarbeitenden liefern tolle Bilder, auf denen arbeitende Kolleginnen und Kollegen, Logos und spannende Details zu sehen sind. Andere schicken uns Fotos, die nicht ganz das zeigen, was wir brauchen. In solchen Fällen suchen wir das Gespräch und erklären, worauf zu achten ist.
Auf den Kanälen der Bereuter Gruppe habt ihr in den vergangenen Monaten häufiger Kurzvideos gezeigt. Wollt ihr das noch weiter stärken?
Mara: Das Video, das wir auf den letzten Samichlaustag produziert und gepostet haben, hat richtig gut performt. Allgemein zeigt sich, dass Reels auf den Plattformen mehr Beachtung finden als klassische Beiträge mit Text und Fotos.
Starlyn: Gleichzeitig ist klar: Videos zu produzieren, braucht deutlich mehr Zeit. Wir müssen beim Aufwand realistisch bleiben, gerade jetzt in der Schlussphase der Berufslehre.
Nathan: Bei der TU setzen wir bewusst stark auf Bilder und Text. Mit dem klassischen Ansatz erreichen wir unsere Zielgruppen recht gut.
Habt ihr klare Ziele für die Entwicklung der Kanäle?
Nathan: Bei der TU liegt unser Fokus klar auf LinkedIn. Dennoch nehme ich mir vor, Instagram zu stärken. Dafür müssen die Inhalte je nach Plattform unterschiedlich aufbereitet werden, damit wir ihre jeweiligen Stärken nutzen können.
Starlyn: Ich will mit unserer Arbeit die Reichweite auf Social Media ausbauen, mit unseren Inhalten die verschiedenen Zielgruppen gut abholen und sie immer mal wieder überraschen.
