16.03.2026
Drei Häuser, ein Kran, kein Platz
An der Seefeldstrasse in Uster entstehen drei Mehrfamilienhäuser mit gemeinsamer Tiefgarage. Die Baumeisterarbeiten führt die Bereuter Bau AG aus. Gebaut wird auf engem Raum. Hier sind Übersicht, Erfahrung und ein gutes Zusammenspiel aller Beteiligten gefragt.
Trotz Februarkälte ist die Stimmung auf der Baustelle gut. Andreas Bühler, Bauführer der Bereuter Bau AG, geht gemeinsam mit Polier Stephan Kägi über den Platz und begrüsst die Mitarbeitenden per Handschlag. «Wir bauen hier drei Wohnhäuser mit einer gemeinsamen Tiefgarage», erklärt Bühler. «Die drei Bauten sind nicht identisch, sondern weisen unterschiedliche Grundrisse und Höhen auf», ergänzt Kägi. Das verlange eine präzise Arbeitsvorbereitung und eine eng abgestimmte Ausführung.
Den Auftrag erhielt die Bereuter Bau AG gemeinsam mit der Bereuter Baugrubentechnik AG (BGT). Diese übernahm im vergangenen Herbst die Baugrubensicherung, den Aushub sowie die Kanalisationsgräben. Dass Hoch- und Tiefbau aus einer Hand zusammenarbeiteten, zahlte sich aus: Abläufe konnten früh aufeinander abgestimmt und die Ausführung effizient vorbereitet werden
Bauen im Takt
Die Hochbauarbeiten erfolgen gestaffelt. Beim Baustellenbesuch Anfang Februar entsteht bei Haus A die Bodenplatte, bei Haus B werden bereits die Untergeschosswände erstellt. Haus C ist nochmals einen Schritt weiter: Hier sind Bodenplatte und Untergeschosswände fertig, und die Untergeschossdecke wird etappenweise geschalt und betoniert. «Diese Staffelung ziehen wir durch die ganze Rohbauphase weiter», erklärt Kägi. «So können wir das Schalungsmaterial nahtlos zirkulieren lassen und effizient einsetzen.»
Die Wohnhäuser entstehen als klassische Massivbauten. Insgesamt werden rund 3’365 Kubikmeter Beton, 348 Tonnen Armierungsstahl und über 2’500 Quadratmeter Mauerwerk verbaut. Treppen und Stützen kommen als vorgefertigte Elemente aus Kunststein beziehungsweise Stahlbeton auf die Baustelle. «Das garantiert eine hohe Präzision und entlastet uns in der Ausführung auf dem Bauplatz», erklärt Bauführer Bühler.
Aktuell sind neun Mitarbeitende der Bereuter Bau AG vor Ort im Einsatz. «Wir konzentrieren uns auf die Schalungs- und Betonierarbeiten von Wänden und Decken», sagt Polier Kägi. «Dass wir den Grossteil der Schalungsarbeiten selbst ausführen, motiviert das Team.» Für das Eisenlegen und das Mauern werden spezialisierte Subunternehmer beigezogen.
Bautechnisch ist das Projekt konventionell, handwerklich jedoch anspruchsvoll. So weisen etwa die Decken zahlreiche Absätze auf, um Betonvolumen einzusparen. «Das ist nicht spektakulär, macht die Schalungsarbeit aber deutlich aufwendiger», erklärt Kägi. Erfahrung und ein genaues Planstudium seien hier entscheidend.
Eine weitere Herausforderung liegt in der rollenden Planung. Die Plangrundlagen werden während der laufenden Ausführung schrittweise präzisiert. «Das erfordert laufende Abstimmungen und eine hohe Aufmerksamkeit in der Arbeitsvorbereitung », sagt Bühler. Ziel sei es, trotzdem effizient zu bleiben und die Qualität konstant hochzuhalten.
Enge Platzverhältnisse
Besonders gefordert ist das Team logistisch. Der Bauplatz ist von bestehenden Gebäuden umschlossen, Platz für Materiallager gibt es kaum. Auch der Abladebereich zur Kantonsstrasse hin reicht jeweils nur für einen Lastwagen.
«Unter diesen Bedingungen können wir nicht zwei Krane sinnvoll einsetzen», erklärt Bühler. «Also setzen wir bewusst auf einen einzelnen, dafür grossen und leistungsstarken Kran.» Für das Team bedeutet das: Die Abläufe müssen exakt sitzen, jeder Kranhub zählt.
Schritt für Schritt wächst so eine Wohnüberbauung, die bautechnisch zurückhaltend, logistisch jedoch anspruchsvoll ist. Für Bühler steht fest: «Solche Projekte zeigen, was wir als Hochbau-Team auch unter schwierigen Rahmenbedingungen leisten können.» Der Rohbau soll bis im Spätsommer abgeschlossen sein.
