14.12.2022


EIN GUTES JAHR FÜR DIE BODENAUFWERTUNG

Vor gut zwei Jahren hat die Bereuter-Gruppe Bodenaufwertungsprojekte einer insolventen Unternehmung übernommen. Unter dem neuen Firmendach werden sie erfolgreich ausgeführt und – wo nötig – saniert.

Wer durch Luckhausen in Richtung Agasul fährt, passiert linkerhand das bislang grösste Projekt der Bereuter Bodenaufwertung AG. Hier werden 2,5 Hektaren Landwirtschaftsland ohne langfristige Fruchtfolgequalität nachhaltig in solches der höchsten Nutzungseignungskategorie aufgewertet. Jens Neidhart und Peter Herrmann stehen unterhalb des Luckhauser Waldrandes und fachsimpeln über den Stand der Dinge. Neidhart ist Geschäftsführer der Bereuter Bodenaufwertung AG, Herrmann sein Stellvertreter und Projektleiter. Ein Dozer, ein Kettenlader und der 20-Tonnen-Bagger auf dem Platz stehen still. Die Auffüllungs- und Rekultivierungsarbeiten wurden Ende Oktober für diese Saison eingestellt. «Der Boden wird in dieser Jahreszeit nass und nässer. Da richten wir mit den schweren Maschinen Schaden an, der das Gesamtprojekt zurückwirft», erklärt Neidhart. Die Bodenaufwertung in Luckhausen ist eines von mehreren Aufwertungsprojekten, welche die Bereuter-Gruppe im Spätsommer 2020 aus der Konkursmasse einer Unternehmung aufkaufte. Um sie weiterzutreiben, wurde die übernommene Gesellschaft in Bereuter Bodenaufwertung AG umfirmiert. «Der neue Geschäftsbereich erforderte viel Aufmerksamkeit und Energie. Mittlerweile ist es uns aber gelungen, Schwierigkeiten im Zusammenhang mit früheren Projekten der Gesellschaft zu bereinigen, so dass wir uns jetzt voll auf die laufenden Arbeiten konzentrieren können», sagt Neidhart. Die «Boden-Truppe» der Bereuter-Gruppe konzentrierte ihre Kräfte im ausgehenden Jahr auf die Standorte Rumlikon, Hittnau und eben Luckhausen.

Rumlikon 
Das Aufwertungsprojekt in Rumlikon war schon weit fortgeschritten, als die Bereuter-Gruppe die Rekultivierungssparte von Egli übernahm. Das Gelände war weitgehend korrigiert sowie 80 Prozent der Fläche bereits rekultiviert. «Im Verlaufe des Jahres 2021 und bis in den Frühling 2022 hinein rekultivierten wir die restlichen gut 5000 Quadratmeter Fruchtfolgefläche und erstellten 5000 Quadratmeter Ökofläche mit verschiedenen Natursand, Stein- sowie Holzstrukturen. Dies als Kompensation für die verloren gegangene ökologisch wertvolle Böschung entlang der Kantonsstrasse », schildert Herrmann. Die Ausführungsarbeiten seien abgeschlossen, es stünden einzig noch die behördlichen Schlussabnahmen bevor. Gesamthaft wurde im Projekt Rumlikon eine Fläche von 50’000 Quadratmetern landwirtschaftlich aufgewertet.

Hittnau 
Im Rossriet in Hittnau erfolgte vor der Bereuter-Übernahme eine – wie sich zeigte – nur vermeintliche Bodenaufwertung. «In der Nachbetrachtung stellte sich heraus, dass das Rekultivierungsziel auf der 1,7 Hektaren grossen Fläche nicht erreicht war, die Zertifikate für die Fruchtfolgeflächen jedoch bereits verkauft waren», sagt Herrmann. Um die mangelhafte Aufwertung in Ordnung zu bringen und den gehandelten Zertifikaten damit echten Wert zu verleihen, beschloss das Amt für Landschaft und Natur des Kantons Zürich ein Sanierungsprojekt, das die Bereuter Bodenaufwertung AG nun umsetzt. «Zur Entwässerung des Landstücks haben wir dieses Jahr in Zusammenarbeit mit der Bereuter Baugrubentechnik AG bereits einen Kilometer Drainageleitungen eingelegt. Zudem haben wir einen gut 200 Meter langen Kiesriegel entlang der Parzellengrenze gebaut, um das von der Nachbarparzelle zufliessende Wasser aufzunehmen und direkt abzuleiten. Im kommenden Frühling tragen wir auf verschiedenen Teilflächen noch zusätzlich 2000 Kubikmeter Humus auf», so Projektleiter Herrmann. 

Luckhausen 
Auf dem Landstück trat aufgrund des lehmigen Untergrunds und der dünnen Bodenschicht oft Staunässe auf, welche die Bewirtschaftung stark einschränkte. Um das Land nutzbarer zu machen, wurde ein Aufwertungsprojekt entwickelt. Die Ausführungsarbeiten starteten im Herbst 2021. Noch vor Wintereinbruch wurde das Bodenmaterial abgezogen und auf dem Areal zu Depots angehäuft. Ab Frühling 2022 wurde unverschmutztes Aushubmaterial aus der Region angeliefert. Mit dem Material wird das Gelände so korrigiert, dass der Wasserabfluss gewährleistet sein sollte. Um dies zu garantieren, entschieden Neidhart und Herrmann, ein flächendeckendes Drainagenetz mit zusätzlichen Sickerleitungen zu verbauen, das bei Bedarf mit zusätzlichen Leitungen ergänzt werden könnte. «Unsere Erfahrungen aus den bisherigen Projekten zeigen: Vorsorgen ist besser als nachbessern», sagt Neidhart. Im Verlaufe des Jahres konnten rund 25‘000 Kubikmeter Aushub auf der Luckhauser Fläche abgeladen und eingebaut werden. Das entspricht rund einem Drittel der benötigten Gesamtmenge. Ebenfalls rekultivierte das Bereuter-Team bereits verschiedene anspruchsvolle Teilflächen im Randbereich. «Geht es im Frühling wieder los, können wir uns auf die grossflächigeren und deshalb effizienteren Arbeiten konzentrieren», so Neidhart. Ist die Rohplanie erstellt, werden in der Rekultivierung 70 Zentimeter Unterboden und 40 Zentimeter Humus auf den Untergrund aufgetragen. «So erfüllen wir, wenn alles nach Plan läuft, die Bedingungen einer Fruchtfolgefläche mit der höchsten Nutzungseignung», sagt Herrmann. Abgeschlossen wird das Projekt voraussichtlich im Jahr 2024.
Das Ziel von Bodenaufwertungen ist es, Nutzflächen durch Einbau von unbelastetem Material und Auftrag von verwertungspflichtigem Boden in ihrer Nutzungseignung zu verbessern. Für die dabei entstehenden Fruchtfolgeflächen werden vom Kanton Zürich Zertifikate ausgegeben. Sie können als Kompensation für Bauten eingesetzt werden, die andernorts Fruchtfolgeflächen beanspruchen.