24.06.2025
Ein Herzensprojekt in Illnau
Seit diesem Frühling liegt das Zukunftsprojekt «Gupfen» in Illnau in den Händen der Bereuter Totalunternehmung AG. Sie stellt sicher, dass das lange geplante Wohn- und Pflegekonzept Wirklichkeit wird.
Die Entwicklung des Grundstücks im Gupfen an der Effretikonerstrasse im Unterdorf von Illnau beschäftigt Stadt und Bevölkerung seit Jahren. 2017 erwarb die Stadt das Areal vom Kanton Zürich. Dies mit der Auflage, es künftig für öffentliche Aufgaben zu nutzen. Das erfüllte die Stadt, indem sie eine Käuferin suchte, die das Wohn- und Pflegekonzept «WOHNENplus » realisieren würde. Das Konzept vereint verschiedene Formen des altersgerechten Wohnens unter einem Dach: von selbstbestimmtem Wohnen bis hin zu betreuten Pflegeangeboten. 2019 ging das Grundstück an die Genossenschaft Sonnenbühl aus Uster, die daraufhin den privaten Gestaltungsplan «Gupfen» entwickelte. Das Vorprojekt sah eine Alterssiedlung mit 47 Wohnungen in Kostenmiete vor, ergänzt durch Pflegewohngruppen mit 22 Betten, ein Entlastungsangebot für Angehörige mit sechs Betten sowie Gewerbeflächen für einen Detailhändler. Das Projekt wurde bis kurz vor Baueingabe vorangetrieben. Im Frühjahr 2024 gab die Genossenschaft jedoch bekannt, dass sie sich aus wirtschaftlichen Gründen zurückziehe. In Absprache mit der Stadt wurde daraufhin eine neue Bauträgerschaft gesucht – und gefunden. Im April 2025 informierte die Stadt Illnau-Effretikon, dass die Bereuter Immobilien AG das Grundstück mitsamt Projekt übernimmt. Sie würde gewährleisten, dass das erhoffte Wohn- und Pflegekonzept umgesetzt wird.
Mit frischer Energie vorwärts
Seit der Übernahme sorgt ein Team der Bereuter Totalunternehmung AG unter der Leitung von Bauherrenvertreter Roger Kornmayer für frischen Schwung im Projekt. Bereits drei Wochen nach der Eigentumsübertragung wurde Ende April das Baugesuch eingereicht. Kornmayer hofft auf eine Bewilligung bis Spätsommer. Der Baustart könnte dann wenige Monate später erfolgen, die Bauzeit schätzt er auf zweieinhalb bis drei Jahre. Mit zum Ausführungs-Team gehören Projektleiter Christoph Gaiser sowie das Bauleiter-Team Werner Pfister und Luca Nuzzi. Parallel zur Baueingabe wird aktuell das Planungsteam eruiert und das Projekt umfassend optimiert. «Unsere Aufgabe ist es, jeden Stein umzudrehen, um Einsparpotenziale zu erkennen und eine kostenoptimierte Umsetzung sicherzustellen », so Kornmayer. Die Eckwerte des übernommenen Vorprojekts bleiben dabei unangetastet. «Unsere Optimierungen konzentrieren sich auf technische und wirtschaftliche Aspekte. Ziel ist es, die Ausführung zu vereinfachen, ohne eine Änderungseingabe nötig zu machen.» Geplant sind nach wie vor rund 47 altersgerechte Wohnungen, ein Pflegeheim mit Entlastungsangeboten, ein Quartierladen sowie ein zentraler Marktplatz als Ort der Begegnung. Das Raumprogramm wird in zwei Gebäudekörpern realisiert, die durch eine gemeinsame Tiefgarage verbunden sind. Das denkmalgeschützte Bauernhaus auf dem Grundstück bleibt bestehen und wird etwas zeitversetzt saniert und umgenutzt.
Langfristiges Engagement
Die Bereuter-Unternehmung bleibt dem Gupfen-Projekt auch über die Bauzeit hinaus verbunden. «Mindestens bis 2036 sind wir als Betreiberin der Liegenschaft vertraglich gebunden », erklärt Kornmayer. «In dieser Zeit verwalten wir die 47 Wohnungen sowie die Gewerbeflächen und tragen Verantwortung für den Betrieb.» Die Verbindung geht aber noch tiefer: Denn die emotionale Bande der Familie Bereuter zu ihrem Heimatort Illnau, seit 1553, verleiht dem Projekt eine zusätzliche Dimension. «Es ist etwas ganz Besonderes, in unserem Heimatort einen Beitrag zu leisten, der älteren Menschen ein gutes Zuhause bietet», sagt Marco Bereuter, Inhaber und Geschäftsführer der Bereuter Totalunternehmung AG. Die Überbauung soll weit mehr sein als ein funktionales Wohn- und Pflegeangebot – sie soll ein lebendiger Ort des sozialen Miteinanders werden. «So wird aus einem Bauvorhaben ein echtes Herzensprojekt», sagt er.
