17.09.2025

«Ein nachhaltiger Schritt in die Zukunft»

Im Juni fand auf dem Bereuter-Werkareal vor Polit-, Behörden- und Medienvertretern der Launch der neuen CO2-Speicheranlage statt. Seit Anfang Juli sind die angereicherten BERECO-Produkte offiziell erhältlich.

Bei fast schon kitschig schönem Wetter bogen an einem Donnerstagmittag im Juni Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Verwaltung und Medien in die Zufahrt zur Wertstoffsortierhalle auf dem Bereuter-Werkareal ein. Ein Kipper-Lastwagen sowie ein Radlader komplettierten die hübsche Kulisse. Im Schatten der herausgeputzten und mit Blumen geschmückten Halle wurden die Gäste von Exponenten der Bereuter- Gruppe sowie Projektpartnerin neustark willkommen geheissen. Der Anlass stand ganz im Zeichen des Fortschritts in Sachen Kreislaufwirtschaft und Klimaschutz: Die Eröffnung der CO₂-Speicheranlage, mit der künftig bis zu 900 Tonnen CO₂ pro Jahr dauerhaft in Recyclingbaustoffen gebunden werden.
In seiner Begrüssung sprach Adrian Thomann, CEO der Bereuter- Gruppe, von einem echten Meilenstein, den man mit der Eröffnung der CO2-Speicheranlage erreiche. «Kreislaufwirtschaft gehört seit den 1980er-Jahren zu unserer DNA. Die neue Anlage erlaubt uns nun, unser Rückbaumaterial zusätzlich als CO₂-Senke zu nutzen. Damit investieren wir bewusst in die Region, den Standort Volketswil, die Nachhaltigkeit und die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens», sagte er.

Hand in Hand

GLP-Kantonsrat und Umweltingenieur Daniel Rensch nahm den Faden auf und sprach von einem bedeutenden Schritt für den Kanton Zürich. Die Bauwirtschaft sei für rund 25 % der Schweizer Treibhausgasemissionen verantwortlich. Entsprechend wichtig seien Lösungen, die aufzeigten, dass Innovation, Kreislaufwirtschaft und Klimaschutz Hand in Hand gehen können. «Mit ihrer Investition zeigt die Bereuter-Gruppe, wie das gehen kann», so Rensch. An die Gesetz- sowie Normengeber richtete er schliesslich den Appell, nachhaltige Lösungen effektiv zu fördern, damit sie von Nischenprodukten zum Standard werden.
Alan Meister, Geschäftsführer der Bereuter AG, unterstrich den Pioniergeist hinter dem Projekt: «Es geht nicht nur um eine industriel le Anlage, sondern um ein Bekenntnis zur Kreislaufwirtschaft, zur Nachhaltigkeit und zum konkreten Handeln.» Unter dem Namen BERECO₂ entstünden behandelte Produkte, die nicht nur ökologisch, sondern auch technisch überzeugen: Dies durch eine höhere Festigkeit, die situativ geringere Zementanteile und damit weitere CO₂-Einsparungen ermöglichten.
Auch Marcel Egloff, Gemeinderat und Hochbauvorstand von Volketswil, würdigte die Anlage als Vorzeigeprojekt. Sie sei Ergebnis eines anspruchsvollen, aber erfolgreichen Bewilligungsprozesses und spiegle die ambitionierten Klimaziele der Gemeinde wider. Volketswil habe viel in Standortförderung investiert, die CO₂-Speicheranlage sei ein sichtbarer Erfolg dieser Strategie.

Ein bisschen Mut

Valentin Gutknecht, Mit-Gründer und Co-CEO von neustark, blickte in seiner kurzen Rede zurück ins Jahr 2018, als er mit Mit-Gründer und Co- CEO Johannes Tiefenthaler die Idee zu verfolgen begann, CO2 in Beton zu speichern. «Wir hatten einen halbfertigen Prototypen und keine Ahnung vom Markt. Aber schon damals stand die Bereuter-Gruppe unserem Projekt offen gegenüber und unterstützte uns seither mit Inputs und Know-how», sagte er. Bei der CO2- Speicheranlage der Bereuter-Gruppe handle es sich um die 35. neustark- Anlage. Und doch sei es die Anlage, die ihn weitaus am meistern begeis - tere. Dies, weil bei keiner anderen Anlage die Distanz zwischen der CO2-Quelle – der benachbarten Biogasanlage – und der Speicheranlage kleiner sei als hier. Das sei weltweit einzigartig. Gutknecht schloss mit dem Appell, über CO2-Speicherung zu reden – aber dann auch vom Reden ins Machen zu kommen. Ins Machen, wie es die Bereuter-Gruppe tue und ins Machen, wie es Städte wie Zürich oder Bern mit Ausschreibungen täten, die regelmässig karbonisierten RC-Beton verlangen. «Es braucht ein bisschen Mut. Aber es zeigt sich, dass es funktioniert», sagte er.

Die anschliessende Führung mit Erklärungen zur CO2-Gewinnung sowie zur dauerhaften Speicherung in RC-Materialien stiess bei den Gästen auf grosses Interesse und sichtbare Begeisterung. Beim anschliessenden Lunch waren die Speicheranlage, unternehmerische Innovationen sowie politische Notwendigkeiten die zentralen Gesprächsthemen.

900 Tonnen CO2 jährlich

In Volketswil ZH haben neustark und die Bereuter-Gruppe eine CO2-Speicheranlage in Betrieb genommen, die jährlich 900 Tonnen biogenes CO2 aus der benachbarten Biogasanlage dauerhaft in Recyclingbeton speichert. «Diese Konstellation ist weltweit einmalig. Normalerweise verflüssigen wir das CO2, transportieren es über mehrere Kilometer und bringen es bei der Speicheranlage wieder in einen gasförmigen Zustand. Demgegenüber können wir das CO2 in Volketswil direkt ab Platz verwenden», so Valentin Gutknecht, Mitgründer und Co-CEO von neustark. Adrian Thomann, CEO der Bereuter-Gruppe, betont: «Bereits seit den 1980er-Jahren setzen wir einen starken Fokus auf das Konzept der Kreislaufwirtschaft. Das Aufbereiten und Wiederverwenden von Rückbaumaterialien ist in unsere DNA übergegangen. So tragen wir aktiv zur Ressourcenschonung bei. Mit der Technologie von neustark können wir dieses Rückbaumaterial zusätzlich zu einer CO2 Senke machen.» Das CO2-angereicherte Material wird unter dem Namen BERECO2 für nachhaltiges Bauen weiterverwendet. 
www.bereuter-gruppe.ch