17.09.2025
Eine Grube, acht Wohnungen und eine Ameisenprüfung
Zwischen Mitte Mai und Mitte August arbeitete ein Team der Bereuter Baugrubentechnik AG an der Schorenstrasse in Schwerzenbach. Ihre Mission: Rückbau, Grubensicherung und Aushub für ein Mehrfamilienhaus mit acht Eigentumswohnungen – und zum Glück keine Begegnung mit der invasiven Ameise.
Die Sonne brennt an diesem Augusttag auf den Bauplatz in Schwerzenbach. Maschinist Miguel, Beimann Antonio und Bauführer Fabian Simione stehen in der Baugrube vor dem Bagger beisammen und besprechen den Endspurt. «Wie lange brauchst du noch?», fragt Simione. Miguel teilt die fast fertige Grube vor seinem inneren Auge in Abschnitte auf, schätzt ab und zählt durch. «Mittwoch, Donnerstag, Freitag, am nächsten Montag könnten wir bis Feierabend fertig sein». Simione nickt zufrieden: «Sehr gut!»
Seit der zweiten Maihälfte arbeitet das Team der Bereuter Baugrubentechnik AG (BGT) auf dem Grundstück an der Schoren- und der Alten Bahnhofstrasse in Schwerzenbach. «Unser Auftrag umfasst den Rückbau zweier Einfamilienhäuser aus den 1930er-Jahren, die Sicherung der Baugrube sowie den Aushub», erklärt Simione. Auf dem Grundstück entsteht ein Mehrfamilienhaus mit acht Eigentumswohnungen.
Effiziente Arbeit und Ameisengefahr
Als die Tief- und Spezialtiefbau-Profis der Bereuter-Gruppe die Arbeit aufnahmen, waren die Altbauten bereits schadstoffsaniert. Noch während den laufenden Rückbauarbeiten wurde eine Drittfirma aufgeboten, um im Randbereich des Grundstücks die Erdsondenbohrungen auszuführen. «Durch die parallelen Arbeiten wurde es auf dem Platz etwas eng und logistisch etwas knifflig. Aber wir konnten Zeit für das Gesamtprojekt einsparen», so Simione. Nach dem Rückbau bohrte das BGT-Team am westlichen und südlichen Rand der künftigen Baugrube die Rühlwand und betonierte die Träger ein. Die restlichen Grubenseiten wurden als Böschung mit Armierungsnetzen und Geröllbeton gesichert. Gleichzeitig entstand auf der Ostseite, entlang der Alten Bahnhofstrasse, der neue Kanalisationsanschluss.
Während in jüngster Zeit mehrere BGT-Baustellen in der Stadt Zürich wegen brütender Vögel pausieren mussten, rückte auf dem Bauplatz in Schwerzenbach ein anderes Tier ins Blickfeld: die invasive Tapinoma-Ameise. Sie stammt aus dem Mittelmeerraum, kann heimische Insekten verdrängen, Bauten beschädigen und Gärten unbewohnbar machen. Da sie auf benachbarten Parzellen nachgewiesen wurde und bereits andere Projekte im Quartier stoppen mussten, stand auch hier vor dem Aushub eine Untersuchung an. Das Ergebnis brachte Erleichterung: kein Befall. «Andernfalls hätten wir die betroffenen Erdschichten wie chemisch belasteten Boden behandeln und in einer Bodenwaschanlage oder einem Zementwerk entsorgen müssen. Dies mit deutlich höheren Kosten für die Bauherrschaft», so Simione.
Guter, tragfähiger Boden
Mit der bescheinigten Ameisenfreiheit in der Tasche konnte im Juli der Aushub beginnen. «Wir hatten es mit bindig-lehmigen Boden mit Kiesanteil zu tun. Ein guter, tragfähiger Boden, der keinen Materialersatz nötig machte», erklärt der Bauführer. Um Oberflächenwasser dauerhaft zu fassen und abzuführen, legte das Team Pumpensümpfe und Geröllriegel an. Nach einer ferienbedingten Pause folgten im August die Arbeiten an der Grubensohle und die letzten Aushubschritte. Mitte des Monats übergab das BGT-Team eine präzise vorbereitete Baugrube an den zuständigen Baumeister – und machte sich direkt an die nächste Aufgabe.
