12.06.2026
Grube fürs Gemeinschaftswerk
Die Bereuter Baugrubentechnik AG (BGT) erstellt in Illnau-Effretikon die Baugrube für das Projekt «Gupfen» der Bereuter Immobilien AG. Dank Bauerfahrung im Quartier konnte die Grundwassersituation optimal antizipiert werden.
Die Baugrube für das «Gupfen»- Projekt ist Anfang Mai eine veritable Lehrbuch-Baustelle. Sie eignet sich ideal für die Aus- und Weiterbildung im Grundbau, weil von West nach Ost praktisch alle Arbeitsschritte sichtbar sind: vom frisch abhumusierten Boden bis zum abgeschlossenen Aushub, zur betonierten Grubensohle und zu den bereits erstellten Kanalisationsgräben. Dazwischen laufen Aushub- und Ausfachungsarbeiten an einem Rühlwandabschnitt.
«Auf den westlichen Teil konzentrieren wir uns, wenn unsere Hochbau- Kollegen der Bereuter Bau AG im Osten bereits Bodenplatten erstellen », sagt Fabian Moor, Bauführer der Bereuter Baugrubentechnik AG. Die Arbeiten greifen bewusst ineinander, um Zeit zu sparen und den Baufortschritt zu beschleunigen.
Auf dem Grundstück an der Effretikonerstrasse entstehen drei viergeschossige Neubauten. Sie bieten 47 altersgerechte Wohnungen und 22 Pflegeplätze, betrieben durch das Alters- und Pflegezentrum Bruggwiesen Effretikon. In die Siedlung zieht zudem ein Migros Supermarkt. Das Nutzungskonzept war Teil des Grundstückverkaufs durch die Stadt Illnau-Effretikon. Zunächst ging das Paket an die Genossenschaft Sonnenbühl aus Uster. Im Frühling 2025 übernahm schliesslich die Bereuter Immobilien AG das Grundstück, den Gestaltungsplan sowie das Nutzungskonzept. «Für uns ist das Projekt eine Herzensangelegenheit und wir sind überzeugt, in Illnau ein attraktives Angebot für die Bevölkerung und ältere Menschen erstellen zu können », sagte Marco Bereuter damals.
Wasser früh im Griff
Als die BGT im Januar 2026 auf den Platz kam, standen neben dem alten Bauernhaus mehrere einfache Zweckbauten. Während das Bauernhaus bestehen bleibt und später saniert wird, wurden die hölzernen Nebengebäude rückgebaut und der Oberboden entfernt. Danach rückten die Spezialisten für die Wasserhaltung an.
«Aus einem früheren Projekt in der Nähe kannten wir die wasserführende Kiesschicht über dem Sohlenniveau», erklärt Moor. Dieses Wissen floss von Anfang an in unsere Planung und Kalkulation ein. «So konnten wir früh festlegen, dass Wasserhaltungsmassnahmen nötig sind.» Zum Einsatz kommt ein Wellpoint-System, welches das Grundwasser im Bereich der Baugrube temporär absenkt. Diese frühe Sicherheit war wertvoll: Die Arbeiten laufen kontrolliert und ohne Unterbrüche. Wäre man von der wasserführenden Schicht überrascht worden, hätte das die Grubenarbeiten empfindlich verzögert und verteuert.
Sicherung nach Bedarf
Die Baugrube lässt sich grösstenteils mit Böschungen und Baumeisterrühlwänden sichern. Nur in zwei kleineren Bereichen sind zusätzliche Massnahmen nötig. Der Grund liegt in der Lage der Werkleitungen: Entlang der südlichen Quartierstrasse verläuft eine Fernwärmeleitung, die ausgespart werden muss. «In diesen Bereichen brauchen wir eine steilere, technische Lösung und erstellen entsprechende Rühlwandabschnitte», sagt Moor. Von der Böschung bis zur senkrechten Rühlwand realisiert die BGT die Grubensicherung aus einer Hand.
Der Aushub der Grube erfolgt etappenweise und abgestimmt auf den weiteren Bauablauf. Es sind insgesamt 8000 Kubikmeter fest Material, die in Zusammenarbeit mit der Bereuter AG abgeführt werden. So wächst die Baugrube Schritt für Schritt. Sie bildet die Grundlage für ein Projekt, das im Quartier künftig eine wichtige Rolle spielen wird.
