17.09.2025

Investition in noch mehr Kreislaufwirtschaft

Auf dem Werkareal der Bereuter-Gruppe wird das alte Kieswerk durch eine neue Aushubwaschanlage ersetzt. Unter der Führung der Bereuter Totalunternehmung AG spannen verschiedene Bereuter-Firmen im Projekt zusammen.

Ein letztes Fauchen des Schneidbrenners, dann löst sich ein weiteres Stück Stahlkonstruktion und schwebt am Kranhaken zu Boden. Dort wird es fachgerecht zerkleinert und für den Abtransport vorbereitet. Stück für Stück verschwindet seit dem Frühling, was das Bereuter-Werkareal in Volketswil über sieben Jahrzehnte mitgeprägt hat: das alte Kieswerk.
Die Lücke, die es hinterlässt, bleibt nicht ungenutzt. «Am Standort des alten Kieswerks entsteht eine neue Aushubwaschanlage mit Betriebsgebäude », erklärt Corinne Vargas, Projektleiterin der Bereuter Totalunternehmung AG. Sie begleitet den Rückbau und wird auch die Umsetzung des Neubaus koordinieren. Das Projekt steht exemplarisch für die Konsequenz, mit der die Bereuter-Gruppe in die Kreislaufwirtschaft investiert.

Rückbau in Einzelteilen

Der Rückbau erfolgt Stück für Stück, weil Anlagenkomponenten, die das Gebäude kreuz und quer durchziehen, vollständig demontiert werden. «Viele dieser Komponenten haben noch einen Marktwert», sagt Vargas. In einem Eckbereich des Werkareals lagern ausgebaute Siebtrommeln, Brecher und Förderbänder. Farbsignaturen darauf zeigen: Interessierte Abnehmer haben bereits Bedarf angemeldet. «Die schwerste ausgehobene Trommel brachte 26 Tonnen auf die Waage – für ihren Ausbau mussten wir eigens einen Pneukran aufbieten», so Vargas.
Für die Projektleiterin steht beim Rückbau die Sicherheit an oberster Stelle. «Beim Rückbau des Industriegebäudes tun sich sprichwörtlich Abgründe auf. Die Absturzsicherung hat deshalb hohe Priorität», sagt sie. Weiter sei penibel darauf zu achten, dass durch Funken der Schneidbrenner keine Holzteile des alten Werks in Brand geraten. Um das Brandrisiko zu minimieren, werden die Holzelemente laufend gewässert und endet der Schweissbetrieb im Innern des Gebäudes jeweils schon um 15 Uhr, zeitig genug für eine sorgfältige Feuerwache vor Feierabend. Die verbleibende Zeit wird genutzt, um das Rückbaumaterial zu zerlegen und Platz für den nächsten Tag zu schaffen. Auch der laufende Betrieb auf dem Werkareal ist stets im Blick: In enger Abstimmung mit der Bereuter AG wird die Zufahrt zur benachbarten Betontankstelle sicher um den Bauplatz herumgeleitet.

Investition in die Kreislaufwirtschaft 

«Die neue Aushubwaschanlage ist eine weitere Investition in die Kreislaufwirtschaft und damit in die Zukunft », sagt Marco Bereuter, Inhaber und VR-Präsident der Bereuter-Gruppe. Mit modernster Technik wird in der neuen Anlage sauberer Aushub gewaschen, gesiebt, gebrochen und so aufbereitet, dass wertvolle Gesteinskörnungen in den Materialkreislauf zurückgeführt werden können. Oliver Konrad, Projektleiter der Bereuter AG, ergänzt: «Durch die Aufbereitung werden Primär-Ressourcen sowie Deponievolumen geschont.» Aufbereitet werden Gesteinsfraktionen, die grösser als 0,063 Millimeter sind. Diese eigneten sich für die Produktion von Recyclingbeton sowie für Kiesmischungen die im Tief-, Strassen- oder auch Garten- und Landschaftsbau verwendet würden.
Die Anlage wird so konzipiert, dass sie modular an neue Anforderungen angepasst werden kann. Ein Beispiel sind per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS), die aktuell vieldiskutiert und die auch in Zürcher Böden nachgewiesen worden sind. Die neue Aushubwaschanlage bietet das Potenzial, auch PFAS-kontaminierten Aushub gezielt zu behandeln, so dass nutzbare Bestandteile separiert und wiederverwertet werden können. «Wir wissen heute nicht abschliessend, welche Herausforderungen in den nächsten Jahren auf uns zukommen. Deshalb stellen uns mit dieser Anlage bewusst flexibel auf», so Konrad.
Das volle Potenzial der neuen Anlage würde sich entfalten, wenn der angrenzende Kiesabbau im Gebiet Brunnacher in Volketswil bewilligt würde. Denn so böte sich die Möglichkeit, die regionale Versorgung mit kreislauffähigen Baustoffen innerhalb von kürzesten Transportdistanzen sicherzustellen. «Es wäre eine verpasste Chance, wenn wir das Zusammenspiel von Abbau, Aushubaufbereitung und Deponie nicht an diesem idealen Standort realisieren könnten», sagt Marco Bereuter. Die Bewilligungsprozesse laufen derzeit, Entscheide stehen noch aus. Unabhängig davon wird der Bau der neuen Aushubwaschanlage wie geplant vorangetrieben. Für die Inbetriebnahme wird der Frühling 2027 angepeilt.