12.06.2026
Kleiner Anbau, grosse Wirkung
Die Baur & Cie AG realisiert in Volketswil einen Anbau an ein Reiheneinfamilienhaus. In einem engen Zusammenspiel mit der Bauherrschaft optimierten die Umbau-Profis der Bereuter Gruppe das Vorhaben.
Es schifft aus Kübeln, an jenem Mittwochnachmittag Anfang Mai in Volketswil. Trotzdem stehen Bauführer Massimo Evangelisti, Polier Roger Grossenbacher und Bauherr/ Architekt Yves Hohermuth auf dem kleinen Bauplatz und besprechen den Stand der Dinge.
Bis vor wenigen Wochen befanden sich vor dem schmalen Reiheneinfamilienhaus eine kleine erhöhte Rasenfläche und ein Weg zur Garage. Jetzt steht die Gruppe in einer Baugrube, welche die Bereuter Baugrubentechnik AG links und rechts mit Mikropfahl-Rühlwänden gesichert und ausgehoben hat. Die östliche Wand wird zusätzlich über eine Longarine und zwei Stahlträger gesichert, die in die Baugrube ragen.
Die beiden Stahlträger verlaufen durch die Bodenplatte, die Polier Grossenbacher zusammen mit Kranführer Manuel Jassi bereits erstellt hat. «Sobald die Sicherung nicht mehr gebraucht wird, werden die zwei Träger plan abgetrennt, die im Boden verankerten Teile bleiben erhalten », erklärt er. Damit die Platte ohne Aussparungen betoniert werden konnte, liess das Team die Träger zur Bodenplatte hin abdichten.
Mehr Platz und ein richtiger Eingang
Yves Hohermuth ist Bauherr und Bewohner des Reihenhauses. Als Architekt und Bauleiter hat er das Umbauprojekt entwickelt und begleitet nun die Arbeiten im eigenen Vorgarten.
«Diese Reihenhäuser aus den 1970er Jahren sind wunderbar, aber sie haben ein kleines Problem», sagt Hohermuth. Einen eigentlichen Eingangsbereich gebe es nicht: Von Süden her betrete man das Haus direkt ins Wohnzimmer, von Norden her unmittelbar in die Küche. «Das hat uns immer etwas gestört. Jetzt beheben wir das und schaffen zusätzlichen Nutzen.»
Konkret erstellt die Baur & Cie AG einen Verbindungsbau zwischen Wohnhaus und Garage. Dadurch entstehen ein neuer Eingangsbereich und eine ebenerdige Studio-Wohnung, die über einen offenen Innenhof erschlossen wird. Sie könne als Gästezimmer dienen oder später als eine Art «Stöckli», falls eines der Kinder das Haus übernehme.
Einfach geplant, effizient gebaut
Der Anbau ist konzeptionell bewusst einfach gehalten. «Es entsteht eine Betonhülle, die wir nachträglich mit einer Innenwärmedämmung isolieren », erklärt Yves Hohermuth.
Für das Umbau-Team bringt dieser Aufbau praktische Vorteile. In den Betonwänden und -decken sind nur wenige Einlagen nötig. «Wir müssen den knappen Platz deshalb nur selten mit Elektroinstallateuren und Sanitärmonteuren teilen», sagt Grossenbacher. Die technischen Installationen werden später innerhalb der neuen Hülle organisiert.
Trotz des einfachen Konzepts fordert der kleine Anbau das Umbau- Team heraus. Wegen der engen Platzverhältnisse müssen die Wände einhäuptig geschalt und nach innen abgestützt werden. Die westliche Seitenwand wird zusätzlich mit einer zweihäuptigen Schalung aufgetoppt, damit die nötige Höhe erreicht werden kann. «Wir kombinieren also eine einhäuptige mit einer zweihäuptigen Schalung und betonieren die Wand in einer Etappe», erklärt Grossenbacher.
Zwischen dem bauerfahrenen Bauherrn und den Umbau-Profis der Bereuter Gruppe entwickelte sich früh ein konstruktiver Austausch über pragmatische Lösungen. Ein Beispiel dafür sind die Sichtbetonwände im kleinen Innenhof der neuen Studio-Wohnung.
«Gemeinsam mit Yves Hohermuth entschieden wir, die Sichtbetonwände nicht mit einer Bretterschalung, sondern mit Wandschalungselementen und neuen Schalhäuten zu erstellen», erklärt Bauführer Evangelisti. Damit lasse sich trotzdem eine hochwertige Oberfläche zu einem günstigeren Preis erzielen.
Zusätzliche Einsparungen brachte der Ersatz einer geplanten Wandscheibe mitsamt Fundation durch zwei Stützen. «Dieses Mitdenken und Mitoptimieren von der Offertphase bis zur Ausführung schätze ich sehr», sagt Hohermuth.
Der Einsatz des Umbau-Teams auf der kleinen Baustelle dauerte von Ende April bis im Juni. Mit dem Anbau gewinnt das Reihenhaus einen neuen Eingangsbereich, zusätzliche Nutzfläche und neue Perspektiven für die Zukunft.
