23.09.2026
Kraftakt im Fitnessstudio
Die Baur & Cie AG baut den Fitnesspark Winterthur in der «Banane» beim Bahnhof um. Für das umfangreiche Arbeitsprogramm bleibt dem Team nur wenig Zeit.
Am Sonntagabend schepperten im Fitnesspark Winterthur noch Gewichte. Crosstrainer surrten, aus dem Solebad stieg Dampf auf. Die Mitglieder trainierten, schwitzten und entspannten. Am Montagmorgen um fünf Uhr rückten Mitarbeitende der Baur & Cie AG zusammen mit Rückbauspezialisten an. «Wir bildeten Gruppen, räumten die Umbaubereiche frei und begannen sofort mit den Abdeckarbeiten», erzählt Polier Roger Grossenbacher. «Trotz des grossen Aufgebots verlief der Start ruhig und in guter Stimmung.» Der Fitnesspark Winterthur liegt im lang gezogenen ehemaligen Industriegebäude «Banane» direkt an den Gleisen des Bahnhofs. Der Park erstreckt sich darin über drei Geschosse: vom Wellness- und Badebereich im Untergeschoss über Empfang und Garderoben im Erdgeschoss bis zu den Flächen für Einzel- und Gruppentrainings im ersten Obergeschoss.
Arbeiten auf vielen Ebenen
Das Baumeisterlos umfasst Baustelleninstallationen, Abdeck- und Rückbauarbeiten, Gerüstbau sowie kleinere Maurerarbeiten. Bei Rückbau und Gerüstbau arbeitet Baur mit der Mössinger Abbruch AG und der Roth Gerüste AG zusammen. «Zeitweise waren neben acht eigenen Leuten gut 20 Fachkräfte der Partnerfirmen im Einsatz», sagt Bauführer Ivo Müller. Die Arbeitsschritte folgten dicht aufeinander: Kaum war das Wasser im Solebad abgelassen und der Boden trocken, begann das Baur-Team mit den Abdeckarbeiten. Auf der geschützten Beckenfläche errichteten die Gerüstbauer ein Gerüst, um die Decke zu erreichen. Parallel zu den Rückbauarbeiten stellte Baur die Abdeckungen im Badbereich, in Treppenhäusern, Liften und weiteren Zonen fertig. Innerhalb von drei Tagen wurden 1500 Quadratmeter abgedeckt. «Wir müssen die Arbeiten aller Beteiligten koordinieren und dabei jederzeit die Arbeitssicherheit gewährleisten», sagt Müller. Nur so könne das Team das hohe Tempo halten. Verzögerungen wirkten sich sofort auf die folgenden Arbeiten aus.
Banane ohne rechte Winkel
«Die Banane ist eben wirklich eine Banane: In den Räumen gibt es praktisch keine rechten Winkel. Das merken wir bei allen Arbeiten », sagt Polier Grossenbacher. Obwohl der Fitnesspark weitläufig ist, wird es wegen der vielen Beteiligten stellenweise eng. Für das Abführen des Rückbaumaterials steht nur ein Warenlift zur Verfügung. Vor dem Eingang darf nur eine Mulde stehen, damit die Feuerwehrzufahrt frei bleibt. «Auf einem Teil des Vorplatzes ist die Belastung der Decke über dem Untergeschoss auf 16 Tonnen begrenzt. Mulden, Lastwagen und Mobilkrane müssen deshalb sorgfältig gewählt und platziert werden», erklärt Müller. Eine weitere Herausforderung sind rund 60 Kernbohrungen der Betonab AG für die neue Haustechnik. «Insbesondere unter der Decke im Untergeschoss verlaufen zahlreiche Aufputzinstallationen. Vor jeder Bohrung müssen die Haustechniker prüfen, ob Leitungen im Weg liegen», sagt Grossenbacher. Bereits das Anzeichnen dauere deshalb länger als geplant.
Erfahrung unter Zeitdruck
Am 22. Juni begann das Team mit den Baustelleninstallationen, eine Woche später mit dem Umbau. Bis Ende August müssen die Baumeisterarbeiten grösstenteils abgeschlossen sein. Die vollständige Wiedereröffnung Ende September hat für den Auftraggeber oberste Priorität. Doch bei Umbauten weiss man nie abschliessend, was noch zum Vorschein kommt. «Änderungen und Zusatzarbeiten müssen deshalb sofort angemeldet und sauber dokumentiert werden», sagt Müller. Bei Verzögerungen habe man auch Nacht- und Samstagsarbeit offeriert.
Grossenbacher koordiniert als Polier die Arbeiten vor Ort, Müller behält Termine, Rapporte und Nachträge im Blick. «Hier arbeiten zeitweise rund 40 Personen auf engem Raum, aber nicht gegeneinander, sondern Hand in Hand», sagt Müller. «Das ist nicht selbstverständlich und macht Freude», ergänzt Grossenbacher.
