16.03.2026
Luca ist einer für alles
Luca Nuzzi arbeitet in der Sonderbauabteilung der Bereuter Totalunternehmung AG. Er übernimmt vielseitige Aufgaben und denkt sich gern in neue Themen ein. Am liebsten dort, wo die Arbeit stattfindet: auf der Baustelle.
Nachdem er unter dem weiss gedeckten Tisch hervorgekrochen ist, geht Luca Nuzzi mit dem Handy am Ohr durchs Restaurant des Hotels Ochsen in Uster, das in den vergangenen Monaten umgebaut und renoviert wurde. Es geht um einen Thermostat am Heizkörper, der nicht tut, was er soll. Luca hört zu, bleibt stehen, schaut noch einmal zurück – und lacht. «Ich habe ihn mehrmals betätigt, aber es zeigt sich: Auch ich habe keine magischen Hände.»
Luca ist vor Ort, um sich selbst ein Bild zu machen. Er schaut hin, probiert aus, fragt nach. Er will wissen, wo es hakt, was zusammenpassen muss und eruiert, wen es dafür braucht.
Seit gut zweieinhalb Jahren arbeitet Luca Nuzzi in der Abteilung Sonderbau der Bereuter Totalunternehmung AG. Er begleitet Projekte von der Konzeption über die Planung bis zur Umsetzung. Häufig handelt es sich um Innenausbauten und Umbauten, bei denen Speziallösungen gefragt sind. In Projekten wie dem Ochsen-Umbau oder den gewerblichen Mieterausbauten im BELLIS in Effretikon ist Luca von Anfang an dabei und bleibt es bis zur Übergabe. «Konstant ist in meiner Arbeit nur der Projektablauf », sagt er. Entwicklung, Planung, Ausschreibung, Ausführung, Abnahme. «Alles dazwischen ist jedes Mal anders. Und das liegt mir.»
Bau, Berg, Gastro
Obwohl sein Sekundarlehrer meinte, mit seinen schulischen Leistungen gehöre er ans Gymnasium, wollte Luca eine Berufslehre machen. Automechaniker hätte ihn interessiert. Weil er mit der Berufswahl dadurch etwas spät dran war, wurde es dann etwas anderes: Er lernte Bauzeichner in einem Ingenieurbüro für Untertag- und Spezialtiefbau.
In der Lehre konnte er mit dem Gotthard-Basis- sowie dem Uetlibergtunnel an wichtigen Projekten mitarbeiten. Trotzdem fehlte ihm auf Dauer die Abwechslung. Bude, Lehrmeister und Team seien aber sehr gut gewesen. «Das Menschliche, das ich dort lernen und mitnehmen durfte, war für meinen Werdegang wichtiger als das Technische», sagt Luca. Nach dem Lehrabschluss blieb er zwei weitere Jahre im Betrieb, ging dann auf Reisen und machte schliesslich die Berufsmaturität. «Wie schon in der Berufsschule spürte ich auch hier, dass der klassische Schulunterricht für mich nicht der Weg ist, um Neues zu lernen.»
Nach der Berufsmaturität war offen, wie es beruflich weitergeht. Um Zeit zu gewinnen und Geld zu verdienen, heuerte Luca für eine Wintersaison in einer Bar in Davos an. Dass sich der Brotjob gut mit Schneesport kombinieren liess, kam dem begeisterten Snowboarder entgegen.
In Davos lernte er jemanden kennen, der gute Kontakte zur Zürcher Gastronomie pflegte. In den folgenden Jahren arbeitete Luca in verschiedenen Zürcher Gastrobetrieben. Er stand nicht mehr am Tresen, sondern kümmerte sich im Hintergrund darum, «dass der Karren läuft»: als Lagerleiter, Logistikchef im Catering-Bereich, als Mitverantwortlicher für den technischen Unterhalt oder als Tausendsassa, wenn Renovationen anstanden. Dabei eignete er sich breites praktisches Wissen an, koordinierte Handwerker und organisierte Abläufe.
Als in seinem Unterhaltsteam Restrukturierungen anfielen, orientierte sich Luca neu. «Ich wurde in einer Eventbau-Unternehmung vom Fleck weg angestellt», schildert er. In den folgenden gut fünf Jahren realisierte er Event- und Sonderbauten, «für die meist Ideen, aber keine fixfertigen Pläne vorlagen». Im Unternehmen lernte er Roger Kornmayer kennen, der heute den Bereich Sonderbau- Projekte der Bereuter Totalunternehmung AG leitet. 2023 wechselte Luca schliesslich ins Team Bereuter.
Neues, Fehler und Kreativität
Mit dem Wechsel zur Bereuter Totalunternehmung veränderte sich Lucas Arbeitsfeld. In seiner Bauleitungsfunktion arbeitet er heute meist parallel an mehreren Projekten mit ganz unterschiedlichen Anforderungen. Mal geht es um Akustiklösungen, mal um spezielle Boden- oder Wandaufbauten mit Materialien, die er teilweise noch nicht kannte. Im Mieterausbau der Raiffeisen-Filiale im BELLIS drehte sich beispielsweise vieles um die Integration von Sicherheitstechnologie gepaart mit hochwertigem Design.
«Wenn ich auf Neues treffe, habe ich den Drang, es möglichst gut zu verstehen», sagt Luca. Fachzeitschriften, Internetrecherche, Gespräche mit Fachleuten und Unternehmern, interne Expertise: Er zapft verschiedene Quellen an und baut so das Wissen auf, das er für das Projekt braucht. «Ich mache nicht gern zweimal das Gleiche. Das zwingt mich, immer wieder Neues zu lernen», sagt Luca. Die Innen- und Mieterausbauten, die er bei der Bereuter Totalunternehmung AG betreut, bieten ihm dafür reichlich Stoff.
In der internen wie externen Zusammenarbeit legt Luca Wert auf Verlässlichkeit. «Klar, im hektischen Alltag passieren Fehler, und es kann vorkommen, dass man von Absprachen abweicht», sagt er. Passiert das, spricht er die Verantwortlichen direkt und ruhig darauf an. «Wegen eines Fehlers werde ich nicht laut. Laut werde ich, wenn dieselben Fehler zwei-, dreimal wiederholt werden.» Er schätzt die Zusammenarbeit mit Unternehmern, die mitdenken, kreativ und lösungsorientiert sind sowie Freude an ihrer Arbeit haben. «Es gibt viele, mit denen die Zusammenarbeit trotz latentem Zeitdruck richtig Spass macht.»
Sport, Musik und Familie
Aktiver Sport spielte früher eine grosse Rolle in Lucas Leben. Er war ein ambitionierter Snowboarder und Fussballer. Eine Rückenverletzung bremste ihn bereits in seinen Zwanzigern aus. Fussball verfolgt er heute als Zuschauer, auf der Tribüne im Zürcher Letzigrund oder vor dem Bildschirm. Eine Konstante in Lucas Leben ist die Musik. Seit seinen Teenagerjahren sammelt er Schallplatten. War es zuerst Rap, öffnete sich sein Geschmack über die Jahre in viele Richtungen: Reggae, Jazz, Funk, Blues, Rock. Zu Hause hat er ein eigenes Zimmer für seine Sammlung, eine gute HiFi-Anlage und einen bequemen Sessel davor. «Hier ziehe ich mich zurück, um Musik bewusst zu hören, nicht nur nebenher.» Den wichtigsten Ausgleich findet Luca heute in der Familie. Mit seiner Frau und den zwei Söhnen verbringt er so viel Zeit wie möglich. In den gemeinsamen Sportferien stellte er sich mit ihnen sogar wieder vorsichtig aufs Snowboard. «Ich wollte ihnen nicht zeigen, wie gut ich bin. Sondern zeigen, was mir jahrelang grossen Spass bereitet hat.»
