16.03.2026
Mit HALESIA auf dem «Holzweg»
Mit dem Projekt HALESIA verwirklicht die BEREUTER TOTALUNTERNEHMUNG AG in Volketswil ein Wohnprojekt mit zwei Doppeleinfamilienhäusern. Beton und Holz kommen darin effizient zusammen.
Im Januar ging es auf dem Grundstück an der Stationsstrasse plötzlich wie im Zeitraffer vorwärts. Nachdem im Vorfeld der Rückbau des bestehenden Häuschens erfolgt, die Kanalisationserschliessung erstellt und die Bodenplatten der zwei Neubauten betoniert worden war, ging es in der zweiten Januarhälfte rasant aufwärts. Mit der Montage der vorgefertigten Wand und Deckenelemente in Holz war die Bauhöhe der Häuser innerhalb von knapp 10 Tagen erreicht.
Das Wohnbauprojekt an der Stationsstrasse wurde Ende 2023 in diesem Heft schon einmal vorgestellt. Seither wurde das Projekt jedoch nochmals grundlegend überarbeitet. Die nun realisierte Lösung unter dem Projektnamen «HALESIA Volketswil» unterscheidet sich in wesentlichen Punkten von der ursprünglichen Planung. Die Anpassungen sind das Resultat einer sorgfältigen Analyse der baulichen Rahmenbedingungen sowie der Marktbedürfnisse.
Auslöser für die Projektanpassung waren die anspruchsvollen Gegebenheiten des Grundstücks. Bereits bei der Erarbeitung des ursprünglichen Projekts zeichnete sich ab, dass schlechte Bodenverhältnisse und der hohe Grundwasserspiegel die Bauausführung erschweren würde. Ein geologisches Gutachten, das im Rahmen des Bewilligungsverfahren erstellt wurde, bestätigte den Befund. Der Bau von zwei massiven Baukörpern mit Tiefgarage hätte umfangreiche Bodenverbesserungsmassnahmen erfordert. «Unter diesen Voraussetzungen wäre das Projekt aus marktwirtschaftlicher Sicht nicht mehr tragbar gewesen», sagt Marco Bereuter, Inhaber und Geschäftsführer der BEREUTER TOTALUNTERNEHMUNG AG.
Neuer Anlauf
Vor diesem Hintergrund wurde das Projekt von Grund auf neu gedacht. Statt zwei Mehrfamilienhäuser in Massivbauweise mit sechs Wohnungen entstehen nun zwei Doppeleinfamilienhäuser mit insgesamt vier grosszügigen Eigentumseinheiten (5.5 und 3.5 Zimmer). Die Reduktion der Einheiten ermöglicht grössere Wohnflächen und eine klare Ausrichtung auf Familien sowie Paare. Auf eine Tiefgarage wurde verzichtet, die Parkierung erfolgt oberirdisch. Ergänzend dazu wurde die architektonische Sprache überarbeitet: So erlauben etwa die neu gewählten Flachdächer eine bessere Raumnutzung und führen zu einem moderneren Charakter der Überbauung.
Besonders markant ist der Wechsel der Bauweise. Die beiden Häuser werden kellerlos auf zwei Betonbodenplatte errichtet, darüber nahezu vollständig in vorgefertigten Holz-Elementen. Diese Hybridlösung bringt mehrere Vorteile mit sich: Sie reduziert erstens das Gesamtgewicht der Gebäude so markant, dass keine aufwendigen Bodenverbesserungsmassnahmen nötig waren. Zweitens verkürzt sich die Bauzeit deutlich, was sich positiv auf den Bauablauf und die Kosten auswirkt. «Die Idee, auf einen Holzelementbau zu setzen, entstand bei der vertieften Projekt- und Kostenüberprüfung. Damit konnten wir Gewicht reduzieren und gleichzeitig eine wirtschaftlich und bautechnisch überzeugende Lösung finden», so Bereuter.
Wohnlich und ökologisch
Auch für die künftigen Eigentümerinnen und Eigentümer bietet die Holzbauweise klare Mehrwerte. Holz schafft ein angenehmes Raumklima, wird von vielen als wohnlich empfunden und trifft damit ein klares Marktbedürfnis. Darüber hinaus überzeugt die ökologische Bilanz: Die Herstellung von Holzbaustoffen ist deutlich weniger energie- und CO2-intensiv als jene von Beton und Stahl. «Durch die weitsichtige Kombination von Beton und Holz kann die Energiebilanz im Vergleich zu konventionellen Massivbauten markant verbessert werden. Die Kundschaft sucht und wünscht das, Holzbau ist somit ein klares Qualitäts- und Verkaufsargument», hält Bereuter fest.
Architektonisch fügen sich die beiden überarbeiteten Häuser ruhig und selbstverständlich in das bestehende Wohnquartier ein. Private Gärten, Dachterrassen, klar strukturierte Grundrisse sowie eine hochwertige, zeitgemässe Materialisierung prägen das Projekt. Die Überarbeitung erfolgte in enger Zusammenarbeit mit werkteam architekten ag sowie dem Holzbauunternehmen Strüby Holzbau AG. Für das neue Projekt wurde im Sommer 2025 die Baubewilligung erteilt. Kurz darauf liefen auf dem Grundstück die Rückbau-, Rodungs- sowie die tiefbauseitigen Vorbereitungsarbeiten an. Nachdem die Bodenplatten betoniert und der Holz-Elementbau in Windeseile erstellt worden war, ist mittlerweile der Ausbau angelaufen. Im Herbst 2026 sind die zwei Doppeleinfamilienhäuser bezugsbereit.
HALESIA ist das Resultat eines Entwicklungsprozesses, in dem ursprüngliche Annahmen hinterfragt und neue Lösungen zugelassen wurden. Die Überarbeitung zeigt, wie wichtig es ist, auf technische, wirtschaftliche und marktseitige Rahmenbedingungen flexibel zu reagieren – und Projekte dort weiterzuentwickeln, wo es sinnvoll und notwendig ist.
