12.06.2026
Neue Gewichtsklasse für Elvir
Mit dem Schlepper und dem Tiefgänger der Bereuter AG transportiert Elvir Rizvic Bagger, Bohrgeräte und andere schwere Maschinen für die Baustellen der Bereuter Gruppe. Erst vor wenigen Wochen übernahm er diese Aufgabe von Hausi Flück. Eine Fahrt mit dem neuen Schwertransport-Chauffeur.
Bevor Elvir Rizvic die Beifahrertür seines Volvo-Schleppers öffnet, legt er ein Stück Papier auf den Kabinenboden. Nicht etwa, damit die Schuhe des Besuchers sauber bleiben, sondern damit kein Schmutz in den Fussraum gelangt. «Ich achte sehr auf Ordnung und Sauberkeit in der Kabine», sagt er und startet den Motor. Zum Fahren trägt Elvir «Hausschuhe». Sobald er aussteigt, schlüpft er in Arbeitsschuhe.
An diesem Nachmittag ist der 41-Jährige mit dem Tiefgänger der Bereuter AG unterwegs. Er holt in Wetzikon einen Oldtimer-Bagger ab, den Marco Bereuter in seine Sammlung aufnimmt. Die alte Maschine wird später mit einem Pneukran auf den Anhänger gehoben. Das ist eine Premiere für Elvir. «Meine bisherigen Lasten konnten jeweils selbst auf den Tiefgänger fahren», sagt er. Bereits im vergangenen Jahr absolvierte Elvir die Baumaschinenprüfung M3, um die Maschinen selbst verladen zu können.
Seit Anfang April ist Elvir offiziell für die Schwertransporte der Bereuter AG zuständig. Mit dem Tiefgänger bringt er vor allem Maschinen für die Baustellen der Bereuter Gruppe ans Ziel: Bagger, Bohrgeräte, Radlader, gelegentlich auch Gewichtssteine für Krane. Je nach Ladung wiegt der Sattelzug bis zu 72 Tonnen. «Es ist eindrücklich, wie stark sich das Fahrverhalten mit zunehmenden Lasten verändert», sagt Elvir. Man spüre das Gewicht beim Bremsen, in den Kurven und besonders beim Beschleunigen.
Interesse an Weiterentwicklung
Dass Elvir den Schwertransport übernehmen würde, war zunächst nicht geplant. Als er im Februar 2024 bei der Bereuter AG begann, fuhr er Haken- und Welaki-Fahrzeuge. «Ich war damals schon sechs Jahre als Lastwagenchauffeur unterwegs, hatte aber immer Lust, mich weiterzuentwickeln», erzählt er.
Dieses Interesse fiel auf. «Elvir zeigte von Anfang an grosse Motivation und lernte sehr schnell», sagt Remo Künzle, Leiter Logistik der Bereuter AG. Schritt für Schritt arbeitete er sich in neue Aufgaben ein, lernte den Winterdienst kennen, übernahm auch Kipperfahrten und zeigte dabei gute Leistungen. Bereits bevor Hausi Flück den Schwertransport abgeben wollte, galt Elvir intern als möglicher Nachfolger.
«Die Bereuter AG setzt gezielt auf die Entwicklung eigener Talente, denn motivierte Mitarbeitende sind der Schlüssel zu unserem Erfolg», sagt Künzle. Elvirs Schritt in den Schwertransport zeige, wie das Unternehmen durch interne Weiterentwicklung nicht nur die Logistik stärke, sondern auch die Attraktivität als Arbeitgeber. «Indem wir Chancen schaffen und Kompetenz von innen aufbauen, sichern wir nicht nur unsere Projekte, sondern binden auch unsere besten Leute langfristig.» In Elvirs Qualifikationsgespräch Ende 2025 wurde der Plan konkret: Elvir sollte den Schwertransport übernehmen und bis Frühling 2026 die Anhängerprüfung absolvieren. «Ich habe mich gefreut und wurde gleichzeitig etwas nervös», sagt er und lacht.
Lernen vom Routinier
Um den Einstieg vorzubereiten, fuhr Elvir im Januar mehrere Wochen gemeinsam mit Hausi Flück. Dabei lernte er nicht nur das Fahren mit dem Schlepper, sondern auch das sichere Laden und Sichern der Maschinen. «Wenn man ein 52 Tonnen schweres Bohrgerät mit nur vier Ketten sichert, fragt man sich anfangs schon, ob das wirklich hält», sagt Rizvic. «Aber wenn man sauber und gewissenhaft arbeitet, hält es.»
Als dienstältester Chauffeur übernimmt Hausi Flück innerhalb der Bereuter AG neue Aufgaben. Unter anderem wird er den ersten Elektro-Lastwagen des Unternehmens fahren, den die Bereuter AG in diesen Tagen in Betrieb nimmt. Obwohl Elvir seit Jahren als Chauffeur unterwegs ist, beginnt für ihn eine neue Etappe als Fahrer. Noch fehle ihm in gewissen Situationen die Routine, sagt er offen. Besonders beim Manövrieren mit dem langen Sattelzug. Er freue sich aber darauf, diese Erfahrungen zu sammeln. Dass ihm die Bereuter AG diese Chance gibt, bedeute ihm viel. «Es gibt diese Funktion bei uns nur einmal. Ich bin froh und dankbar, dass man sie mir zutraut.»
