24.06.2025

Peter packt an

Als Projektleiter Umwelt & Strategie hat Peter Herrmann in der Bereuter-Gruppe verschiedenste Aufgaben- und Einsatzbereiche. Er berät und unterstützt den Verwaltungsrat und die Geschäftsleitung in Entwicklungsthemen – mit dem Ziel, das Unternehmen nachhaltig zu stärken und zugleich die Umwelt zu schonen.


Peter Herrmann (39) greift, ohne zu schauen, um den Holzpfosten herum. Er klaubt einen Schlüssel hervor, öffnet das Tor und läuft hinein zum Kiesgrubenbiotop auf dem Werkareal. Es kreucht und fleucht, quakt, blüht – und Peter hört gar nicht mehr auf zu zeigen und zu erklären. Der Biotop- Bereich ist in den letzten Jahren zu einem Zuhause für zahllose Amphibien, Insekten und Vögel geworden. Soeben neu dazugekommen sind steinerne Senken für vom Aussterben bedrohte Gelbbauchunken, die sich übers Jahr nach und nach mit Regenwasser und mit Leben füllen. Für das Projekt hat Peter grosse, ausrangierte Blumentröge wiederverwendet, die zuvor ungenutzt auf dem Areal standen – und sie oberhalb des Biotops in den Boden eingegraben. Es ist ein Beispiel dafür, wie er seine Arbeit versteht: «Ich will mithelfen, dass wir mit einem pragmatischen Mehraufwand und wo möglich mit vorhandenen Mitteln nachhaltigen Mehrwert erzeugen können. Einen Mehrwert, der das Unternehmen stärkt und zugleich die Umwelt schont», sagt der Vater von zwei kleinen Töchtern.


Vielfältige Aufgaben

Seit sechs Jahren ist Peter Herrmann Projektleiter Umwelt & Strategie bei der Bereuter Holding AG. Und noch immer fällt es ihm schwer, seine Tätigkeit in wenigen Sätzen zu erklären. Dafür seien seine Aufgaben schlicht zu vielfältig. Am treffendsten beschreibt er seine Funktion als eine Art wissenschaftliche Assistenz der Geschäftsführung sowie des Verwaltungsrats. «Wenn sie ein Anliegen haben, das vertiefte Abklärungen erfordert, recherchiere ich, frage nach und bereite das Thema so auf, dass gut abgestützte Entscheide gefällt werden können», sagt er. Nicht immer gehe es dabei um Umweltfragen. Doch es gebe praktisch kein Entwicklungsprojekt, bei dem sich nicht auch Nachhaltigkeitsfragen stellten und entsprechende Potenziale genutzt werden könnten. In vielen Fällen ist Peter das Bindeglied zwischen der Bereuter-Gruppe, Behörden auf Gemeinde- und Kantonsebene sowie Fachplanern und Ausführenden. Auch intern ist er immer dort präsent, wo Umwelt-, Ressourcen- und Bodenthemen tangiert sind. «Nachhaltige Entwicklung ist nicht auf einen spezifischen Bereich beschränkt. Sie ist eine Querschnittsaufgabe und findet überall statt», sagt er. Als er sich 2019 für seine Stelle bewarb, wurde ein Umwelt-/Kulturingenieur gesucht, dessen primäre Aufgabe es war, die behördlich geforderten naturnahen Flächen auf dem Werkareal und in den Bereuter-Gruben umzusetzen. Schon damals war das Jobprofil breit gefasst. Seither ist es noch deutlich vielfältiger geworden.


Interdisziplinäre Ausbildung

Peter stammt aus einer Baufamilie. Sein Urgrossvater war Bauunternehmer in Zürich-Seebach, sein Vater ebenso im Bauwesen tätig. Und doch zog es Peter nicht direkt auf den Bau – ohnehin war für ihn lange offen, wohin ihn sein Weg überhaupt führen würde. «Ich schaffte die Gymiprüfung, machte die Matura und hatte auch dann noch keinen konkreten Plan, als ich einen Studiengang wählen sollte», sagt er rückblickend. Also ging er es analytisch an: «Ich fragte mich, welches Fach mir die meisten Antworten darauf gibt, warum die Welt ist, wie sie ist.» Schliesslich studierte er Geografie an der Universität Zürich, ein interdisziplinäres Studium, in das verschiedene wissenschaftliche Disziplinen hineinspielen. Während des Studiums sammelte er praktische Erfahrung in verschiedenen Praktika und Jobs. Nach dem Masterabschluss blieb er ein Jahr als Forschungsassistent an der Uni, bevor er als wissenschaftlicher Mitarbeiter zu einer Lobbyorganisation für die Berggebiete wechselte. Drei Jahre später stiess er zufällig auf ein Stelleninserat der Bereuter Holding AG. «Mich sprach die Vielfalt der Tätigkeiten an. Im Zentrum standen praktische Aufgaben, um konkreten ökologischen Mehrwert zu schaffen – auf dem Werkareal, in der Ressourcenbeschaffung, auf Deponien oder in Bodenverbesserungsprojekten. Darüber hinaus ging es um die nachhaltige Weiterentwicklung des Unternehmens.» Die Bewerbungsgespräche verstärkten das Interesse weiter. Im Mai 2019 trat er seine Stelle an der Schützenstrasse an.


Pragmatisches Vorgehen

In den sechs Jahren seither hat sich nicht nur Peters Aufgabenbereich stetig erweitert, sondern auch sein Fachwissen und seine Erfahrung. Ob bei der Umsetzung naturnaher Flächen auf dem Werkareal, bei Altlastensanierungen, Bodenaufwertungen oder Renaturierungsprojekten: Peter hat sich umfassendes Praxiswissen im Umgang mit Boden erworben. Parallel dazu absolvierte er die Weiterbildung zum bodenkundlichen Baubegleiter. «Ich bin zum Bereuter-Bodenfachmann geworden», sagt er mit berechtigtem Stolz. Mit seinem vielfältigen Know-how und seinem analytischen Vorgehen steht er allen Bereuter-Firmen zur Seite, die in Nachhaltigkeits- oder Bodenfragen anstehen. Nicht als Öko-Ideologe, der allen auf die Finger klopft, sondern als Pragmatiker, der weiss, dass nur ein gesundes Unternehmen wirkungsvolle Nachhaltigkeitsmassnahmen umsetzen kann. «Ich mag es, mein Wissen dort einzubringen, wo es um konkrete Anliegen und Projekte geht. Dort eben, wo echte Mehrwerte für die Unternehmung und zugleich die Umwelt geschaffen werden können», sagt er. Dass die Gruppe seit ein paar Jahren CO2-Bilanzen ausweist und letztes Jahr den ersten Nachhaltigkeitsbericht veröffentlichte, unterstreicht seinen Einsatz.
Peter zieht das Tor beim Kiesgrubenbiotop hinter sich zu und verschliesst es. Er will zum Mittagessen hinunter in den Saloon, schlägt aber nicht den kürzesten Weg ein. «Wenn wir schon da sind», sagt er und zieht hinüber zur Stuga, wo er die durch ihn initiierte Dachbegrünung zeigen will, die in voller Blüte steht. Weiter geht es der aufgewerteten naturnahen Fläche am Südrand des Areals entlang, wo zahlreiche Blumen blühen. Und schliesslich zur Auffahrt hinter der Betontankstelle. Dort haben sich auf einer angesäten Randfläche Pflanzen mit eindrücklichen gelben Blüten ausgebreitet. «Das gäbe sicher ein schönes Foto», meint er. Für gute Gelegenheiten nimmt Peter gerne ein paar zusätzliche Schritte in Kauf.