24.06.2025

Rohbau ins Trockene gebracht

Beim Baustart des Lärchenhofs in Nänikon war das Team der Bereuter Bau AG mit einer Grundwasserflut konfrontiert. Nach einem halbjährigen Baustopp brachte es den Rohbau des Mehrfamilienhauses diesen Frühling ins Trockene.

An der Stationsstrasse in Nänikon schweben vorfabrizierte, hölzerne Aussenwandelemente per Kran durch die Luft. Als sich eines der Elemente im schmalen Spalt zwischen Gerüst und Betondecken verkantet, packen die Mitarbeitenden der Bereuter Bau AG kurzerhand mit an und helfen den Zimmerleuten, das Bauteil freizubekommen und korrekt zu positionieren. Die Hölzigen bedanken sich lautstark dafür. Und die Baumeister wenden sich wieder dem Schlussspurt ihrer Rohbauarbeiten zu.

Stopp wegen Wasser

Seit Herbst des letzten Jahres ist die Bereuter-Hochbaugruppe mit dem Bau des Mehrfamilienhauses Lärchenhof beschäftigt. «Genauer gesagt erstellen wir mit Beton und Mauerwerk das Skelett des Gebäudes, das jetzt Stück für Stück mit Holzelementen verkleidet und mit einem Holzdach gedeckt wird», erklärt Bauführer Micha Lattmann. Das Haus umfasst acht Mietwohnungen sowie eine Tiefgarage.
Eigentlich hätte der Baustart bereits im Frühling 2024 erfolgen sollen. Die Hochbauer kamen auf den Platz, doch schon beim Erstellen der Grube für den Kanalisationsanschluss kam es zum Stillstand: Entgegen der Annahme im geologischen Gutachten stiess das Team auf grosse Mengen aufgestautes Grundwasser. «Wir mussten die Arbeiten umgehend unterbrechen », erinnert sich Lattmann. Erst ein halbes Jahr später konnte – mit angepasster Planung – die Ausführung wirklich gestartet werden. Statt des ursprünglich vorgesehenen Kanalisationsanschlusses auf der Südseite wurde auf der Westseite ein aufwendiger Pumpenschacht erstellt. Rückblickend sieht Lattmann auch Positives in dem Fehlstart: «Trotz der für alle schwierigen Umstände konnten wir in Gesprächen tragbare Lösungen finden und die konstruktive Zusammenarbeit aufrechterhalten. Das ist ein schöner Aspekt dieses Projekts.»

Kleinteilige Schalungsarbeit

Nicht wie geplant unter der Sommersonne, sondern über die Wintermonate hinweg, nahm das Team um Polier Bruno Brunner den Rohbau in Angriff: Tiefgarage, Technik- und Kellerräume, Erschliessungskern, Decken und tragende Wände über vier Stockwerke wurden erstellt. 1100 Kubikmeter Beton baute es dafür ein und erstellte 520 Quadratmeter Mauerwerk, teils in Kalksandstein, teils in Backstein. «Die Decke im Untergeschoss war besonders anspruchsvoll», sagt Brunner. «Mit verschiedensten Abstufungen erforderte sie eine sehr kleinteilige Schalungsarbeit. Schliesslich habe man sie in drei Etappen betoniert. Auch die Sichtbetonflächen bei der Garageneinfahrt, dem Schacht zur Holzschnitzel-Anlieferung sowie den Balkonuntersichten verlangten feinsäuberliches Handwerk – vom Schalen bis zur Nachbehandlung. Und schliesslich machte die Kombination von Ortbeton, Mauerwerk und vorgefertigten Holzelementen exakte Massarbeit unverzichtbar. «Dass die Holzelemente jetzt passgenau montiert werden können, ist der schöne Beweis dafür, dass wir gut gearbeitet haben», sagt Brunner. Nach rund sieben Monaten intensiver Bauzeit ist der Rohbau seit Mai abgeschlossen. «Dass wir dieses Projekt nach einem so schwierigen Start gut ins Trockene bringen konnten, macht für mich diesen Auftrag speziell », betont Lattmann. Möglich sei das dank einer konstruktiven Projektzusammenarbeit und einer Top-Leistung von Brunos Team gewesen.