16.03.2026

Sicher zur Baugrube

An der Hanglage im Grüt oberhalb von Gossau erstellt ein Team der Bereuter Baugrubentechnik AG die Baugrube für zwei neue Mehrfamilienhäuser mit gemeinsamer Tiefgarage. Der Auftrag umfasst Rückbau, Baugrubensicherung und Aushub. Der Untergrund hält mehr Herausforderungen bereit als erwartet.

Ein Hupen, wenn die Kippmulde gefüllt ist. Ein Winken aus der Kabine. Der Lastwagen fährt vom Bauplatz, und schon bald steht der nächste bereit, um sich vom Bagger beladen zu lassen.

Auf der Nordseite der Baugrube faucht eine Spritzdüse. Der Grundbau- Lernende Mattia Rocchetti arbeitet mit Maschinist Stef Sgueglia daran, die ersten Abschnitte des Baugrubenabschlusses zur Strasse hin zu armieren und zu gunitieren.

Am Rand des Platzes steht Lars Müller, Bauführer der Bereuter Baugrubentechnik AG (BGT), und beobachtet die Arbeit. «Wir hatten hier einen herausfordernden Start», sagt er, «mittlerweile sind wir aber auf Kurs und können effizient vorwärtsmachen.»

Auf dem Grundstück im Grüt standen bis vor Weihnachten zwei Zweifamilienhäuser, verbunden durch eine Holzscheune. Nun schafft das Team der BGT Raum für Neues: In der leichten Hanglage mit Aussicht entstehen zwei freistehende Mehrfamilienhäuser mit gemeinsamer Tiefgarage. Als Subunternehmerin der Künzli AG ist die BGT für Rückbau, Baugrubensicherung und Aushub verantwortlich. Für die Abfuhr arbeitet sie mit der Bereuter AG zusammen, dem Baustoff- und Logistikbetrieb der Bereuter Gruppe.

Lösung statt Stillstand

Als das BGT-Team Mitte Dezember 2025 auf den Platz kam, schien vieles Routine. «Wir starteten mit Aufräumarbeiten und dem Rückbau», erzählt Bauführer Lars Müller. Dabei kamen Altlasten verschiedenster Art zum Vorschein: schwach verschmutzter Aushub, Hinterfüllungen mit Belags- und Backsteinresten bis hin zu schlackenhaltigem Material.

Die BGT reagierte prompt und zog Geologen bei, die die Funde beprobten und deklarierten. Parallel dazu passte das Team seine Organisation an: Ein zusätzlicher Bagger wurde auf den Bauplatz gebracht und kümmerte sich fortan ausschliesslich um die Altlasten, die nach Belastungsart getrennt gelagert wurden. «Trotz Mehraufwand war für uns klar: Sauberer Umgang mit belastetem Material ist Pflicht», sagt Müller. In enger Abstimmung mit Bauherrschaft, Bauleitung und Geologen wurde schliesslich das weitere Vorgehen definiert. Parallel dazu trieb das Team den Rückbau der Hochbauten weiter voran. Der grosse Bagger blieb vor Ort und wurde anschliessend für den Aushub eingesetzt, um das Material effizient zu lösen und zu verladen.

Sichern mit System 

Technisch anspruchsvoll ist im Projekt vor allem die Baugrubensicherung auf der Hangseite, wo zwei Strassen das Grundstück passieren und ein Wohnhaus angrenzt. In diesen Bereichen erstellt die BGT Nagelwände mit insgesamt 103 Bohrungen. Verbaut werden Nägel mit Längen zwischen 4,5 und 8,5 Metern. Bauführer Müller zückt ein detailliertes Bohrprotokoll aus der Mappe. «Dieses gibt unserem Bohrprofi Stef exakt vor, welcher Nagel wo und in welcher Länge einzubauen ist», erklärt er. Abseits der Nagelwand-Abschnitte kann die Grube weitgehend mit freien Böschungen gesichert werden, die sich einfach und effizient erstellen lassen. Einzig im Bereich der künftigen Garageneinfahrt ist aus Platzgründen eine Baumeisterrühlwand nötig.

Der Untergrund präsentiert sich kiesig, mit Übergängen zur Moräne. «Für die Sicherungsmassnahmen ist das positiv, denn ein standfester Boden bringt bessere Verankerungskräfte für die Nägel», sagt Müller. Gewissheit über die effektiven Werte habe man jedoch erst, wenn externe Zugversuche an den ersten Nägeln durchgeführt worden seien. Das sei das Restrisiko und zugleich die Spannung, die zum Spezialtiefbau dazugehöre.


Teamarbeit mit Perspektive

Auf dem Platz arbeiten drei Fachkräfte und ein Lernender. Letzterer steht im dritten Lehrjahr kurz vor den Abschlussprüfungen. Bei der Erstellung der Nagelwände koordiniert er Abläufe und weist den Bohrgeräteführer an. «Wir geben ihm diese verantwortungsvolle Rolle, um ihn gezielt auf das Qualifikationsverfahren vorzubereiten», sagt Müller.

Bis Ende März stellt das BGTTeam die Baugrube im Grüt fertig. Teile davon übergibt es bereits früher an den Baumeister, damit der Hochbau parallel anlaufen kann. Es ist ein straffer Plan, aber einer, der dank Erfahrung und Flexibilität des BGT-Teams realistisch ist.