12.06.2026

Stein-reicher Wohnnaubau

Die Bereuter Bau AG erstellt in Zürich-Seebach einen Neubau mit 13 Wohnungen. Die Platzverhältnisse sind äusserst knapp. Gleichzeitig verlangt das Projekt grosse Materialmengen und ein präzises Zusammenspiel aller Beteiligten.

Im Zeitlupentempo schwebt die Mulde zwischen Fassadengerüst und Bauabschrankung nach oben. Rundherum bleibt kaum mehr als eine Handbreit Platz. Trotzdem gelingt es den zwei Bauleuten und dem Kranführer der Bereuter Bau AG, die Mulde mit Holzabfällen präzise auf den Welaki der Bereuter AG abzusetzen und die neue, leere Ersatzmulde einzufädeln. «Die Platzverhältnisse auf dieser Baustelle sind extrem knapp», sagt auch Christoph Riedel, Bauführer der Bereuter Bau AG. Um trotzdem effizient arbeiten und Transportfahrten reduzieren zu können, lagere man möglichst viel Material direkt vor Ort. Dadurch werde der ohnehin knappe Bauplatz nochmals enger. 

Im Auftrag der Pfarrgemeinde Maria Lourdes Zürich-Seebach erstellt das Team um Bauführer Riedel und Polier Jay einen kompakten fünfgeschossigen Wohnneubau mit 13 Wohnungen direkt an der Seebacherstrasse. Bevor die Hochbauer im November 2025 das Zepter übernahmen, führte die Bereuter Baugrubentechnik AG (BGT) einen kleinen Rückbau aus und erstellte die Baugrube. 

Wegen der engen Situation durchdrangen die Stahlspriesse der Baugrubensicherung an mehreren Stellen die spätere Bodenplatte und die Untergeschosswände. «Um das Bauprogramm effizient voranzutreiben und die Arbeiten innerhalb der Bereuter Gruppe aufeinander abzustimmen, übernahmen wir später in Absprache mit den Kollegen der BGT den Rückbau der Spriesse und verschlossen anschliessend die Boden- und Wandöffnungen», erklärt Christoph. 

Beim Baustellenbesuch Anfang Mai ist die Tragstruktur vom Untergeschoss bis ins zweite Obergeschoss praktisch fertiggestellt. Als Nächstes steht das etappierte Betonieren der letzten Decke an. Anschliessend erstellt die fünfköpfige Baumeistergruppe die rund fünf Meter hohen Dachgiebel, auf denen später die hölzerne Dachkonstruktion aufliegt. «Damit die Zimmerleute nahtlos weiterarbeiten können, müssen wir den Rohbau bis Ende Mai abschliessen», sagt Christoph. 

Spezielle Steine und Treppen 

Schon von weitem fällt das weisse Fassadenmauerwerk des Neubaus auf. Verarbeitet werden grossformatige Porenbetonsteine, sogenannte Ytong-Steine. Sie übernehmen die Dämmfunktion und binden gleichzeitig CO₂ aus der Umgebungsluft. Um die Steine vor Ort zuzuschneiden und zu versetzen, engagierte die Bereuter Bau AG einen spezialisierten Subunternehmer. Die Innenwände der Obergeschosse bestehen weitgehend aus konventionellem Mauerwerk, die restlichen Wände, Geschossdecken und die Bodenplatte aus Beton. Bis zum Abschluss des Rohbaus verarbeitet das Team 750 m3 Beton und erstellt 780 m² Mauerwerk, davon 500 m² Ytong- und 280 m² konventionelles Mauerwerk. 

Die Betontreppen kommen vorgefertigt auf den Platz. Es handelt sich um Einholmtreppen, bei denen die Betontritte erst nach den gröbsten Arbeiten montiert werden. Damit das Treppenhaus schon vorher nutzbar ist, versetzen die Bereuters auf den Tragholmen provisorische Holztritte. Für Bauführer Christoph Riedel, der Anfang Dezember 2025 zur Bereuter Bau AG stiess, ist der Wohnneubau in Seebach das erste Projekt für den neuen Arbeitgeber. «Für mich war das ein optimaler Einstieg, um die Leute und internen Abläufe kennenzulernen », sagt er. «Jetzt freue ich mich auf die nächsten Herausforderungen. »