12.06.2026
Strategischer Macher mit viel Event-Erfahrung
Seit Anfang Mai arbeitet Claudio Kaul als Leiter Marketing & Events für die Bereuter Gruppe. Der 44-Jährige soll die Marke Bereuter weiterentwickeln, Marketingstrukturen schaffen und den Bereich Hospitality stärken.
Wenn Claudio Kaul über Marketing oder Events spricht, klingt das nicht nach Party, Emotionen und Paukenschlägen. Stattdessen spricht er von Analysen, Strukturen, Wirkung und Zielen. Nach seiner neuen Rolle gefragt, beschreibt er sie ebenso strukturiert anhand verschiedener Aufgabenbereiche: Marketing für die Bereuter-Unternehmungen, Weiterentwicklung der Bereuter Hospitality AG (vormals Bereuter Gastro AG), Vermarktung des Eventraums BELLIS sowie die Organisation interner und externer Anlässe. «Wie sich meine Funktion im Detail entwickelt, zeigt sich nun Schritt für Schritt im Arbeitsalltag», sagt er.
Seit Anfang Mai arbeitet Kaul für die Bereuter Gruppe. Seine Funktion ist neu geschaffen worden. Gemeinsam mit Inhaber und VRP Marco Bereuter, der die Kommunikation der Gruppe seit Jahren selbst prägt, analysiert er bestehende Abläufe und entwickelt Konzepte für die Zukunft. Besonders reizt Kaul dabei die Breite seiner Tätigkeit. «Es gibt viele Möglichkeiten, etwas zu bewegen», sagt er.
Direkte Wirkung statt Konzernstrukturen
Dass ihn sein Weg zur Bereuter Gruppe führte, ergab sich nicht über eine klassische Stellensuche. Nach siebeneinhalb Jahren bei der Swiss Re spürte Kaul den Wunsch nach Veränderung. Trotz positiver Erfahrungen im internationalen Versicherungskonzern, wünschte er sich wieder ein Umfeld mit direkteren Entscheidungswegen. «In einem Grosskonzern dauern Veränderungen oft sehr lange. Ich wollte wieder näher an den Entscheidungen sein und Dinge konkret gestalten können», sagt er. Parallel dazu entwickelte Kaul erste Ideen für eine eigene Event- und Begegnungslocation in Effretikon. Unter dem Arbeitstitel «Raum für Begegnungen» entstand ein Konzept für Gastronomie, Events, Vereinsleben und Co-Working. Auf der Suche nach möglichen Investoren kam es zum Kontakt mit Marco Bereuter.
Dieses Investorengespräch drehte sich nur kurz um Kauls eigenes Projekt. Rasch schwenkte die Diskussion zum Eventraum BELLIS, den Bereuter damals noch verpachten wollte. «Und schon im nächsten Gespräch stand nicht mehr die Pacht des Eventraums im Zentrum, sondern die Frage, wie sich meine Marketingund Eventerfahrung im Unternehmen einsetzen liesse», sagt Kaul. Beide merkten schnell, dass eine Zusammenarbeit spannend sein könnte. Die Idee der Selbständigkeit trat damit zunehmend in den Hintergrund. Heute ist Kaul aus persönlichen Gründen froh darüber. «Als Familienvater entschied ich mich bewusst für die planbarere Lösung», sagt er offen.
Vom KV ins Eventmanagement
Kauls Karriere im Marketing- und Eventbereich war nicht von Kindsbeinen an geplant. Weil er die Schulbank nicht gerne drückte, entschied er sich als Sechstklässler für die Sekundarschule und gegen das Gymnasium. Danach absolvierte er eine kaufmännische Lehre auf einer Bank. Schnell merkte er aber, dass ihn die Bankenwelt nicht wirklich faszinierte. Nach Lehrabschluss, RS und einem mehrmonatigen Sprachaufenthalt stellte er sich deshalb nochmals die Frage: Was wäre spannend? Seine Antwort: Tourismus.
Kaul absolvierte deshalb die Höhere Fachschule für Tourismus in Zürich. Während eines Praktikums bei Schweiz Tourismus kam er erstmals intensiv mit Marketing in Kontakt. Nach dem HF-Abschluss ging er zu Zürich Tourismus, wo er in der internationalen Meeting- und Event-Vermarktung arbeitete. Später wechselte er ins Kongresshaus Zürich. Dort vertiefte er seine Eventerfahrung und lernte die Gastronomie und den operativen Veranstaltungsalltag kennen. Er blieb lange im Unternehmen und arbeitete sich bis zum Stellvertreter des Direktors hoch.
Als Kaul 2018 zu Swiss Re kam, änderte sich seine Perspektive erneut. Statt Veranstaltungen für Kunden umzusetzen, arbeitete er nun auf Unternehmensseite und lernte, wie Events strategisch in Marketing und Kommunikation eingebettet werden. Begleitend vertiefte Kaul seine betriebswirtschaftlichen Kenntnisse mit einem Executive MBA in General Management. Aus dem Eventmanager wurde schrittweise eine Führungskraft. Zuletzt leitete er sämtliche Eventteams.
Analytisch, ruhig und strukturiert
Wer mit ihm redet, merkt schnell: Kaul ist kein Lautsprecher. Vielmehr analysiert er Situationen sorgfältig und denkt strukturiert. «Ich bringe Dinge gerne in eine sinnvolle Ordnung», sagt er über sich selbst. Genau dieses analytische Denken und Planen sieht er als eine seiner grössten Stärken. Gleichzeitig weiss Kaul aus seiner Eventerfahrung, dass sich trotz penibler Planung nie alles kontrollieren lässt. Improvisationsbedarf gebe es praktisch bei jedem Event. Entscheidend sei dann, ruhig zu bleiben. «Denn wer in hektischen Situationen die Fassung verliert, verschärft das Problem zusätzlich», sagt er.
Als Analytiker versteht er Marketing nicht als Selbstzweck, der ausserhalb der restlichen unternehmerischen Realitäten steht. «Marketing kostet Geld. Also muss Marketing auch etwas Zählbares bringen», sagt Kaul. Dasselbe gelte für Events. Veranstaltungen sollen nachhaltige Wirkung erzeugen, sei es für die Markenpräsenz, die Unternehmenskultur oder die Positionierung als attraktive Arbeitgeberin.
In seiner neuen Funktion möchte Kaul nun schrittweise Strukturen in den Bereichen Marketing und Events schaffen und damit die Marke Bereuter stärken. Ziel sei ein konsistenter Auftritt über die verschiedenen Unternehmen hinweg.
Familie, Eishockey und Reiselust
Den wichtigsten Ausgleich findet Claudio bei seiner Familie. Er ist Vater von zwei Kindern und verbringt möglichst viel Zeit mit ihnen und seiner Frau. Die sportliche Leidenschaft gehört seit vielen Jahren dem Eishockey. Er spielt bei den Senioren des EHC Illnau-Effretikon und ist Coach beim U12-Nachwuchs, in dem auch sein Sohn «chneblet».
Auch Reisen gehört zu seinen grossen Leidenschaften. Gemeinsam mit seiner Frau unternahm er vor den Kindern grössere Reisen. Sobald die Kinder älter sind, möchte die Familie wieder häufiger unterwegs sein. Eines ist für Claudio dabei klar: «Reine Strandferien sind nichts für mich. Ich kann nicht ruhig herumliegen.»
