16.03.2026
Umbau mit Tiefgang
In Küsnacht führt ein Team der Baur & Cie AG Um- und Anbauarbeiten an einem knapp 100-jährigen Wohnhaus aus. Mit viel Erfahrung stellen sich die Umbauprofis den hohen Anforderungen.
Das Wohnhaus steht seit bald hundert Jahren auf der Anhöhe über der Alten Landstrasse in Küsnacht. Bauabschrankungen, Container sowie das Kreischen und Rattern von Fräsen und Bohrhämmern machen klar: Für das alte Haus bricht jetzt eine neue Epoche an. «Wir bauen das ehemalige Mehrparteienhaus zu einem Wohnhaus für eine Familie um und ergänzen es um ein neues Garagengeschoss», erklärt Adrian Imper, Bauführer der Baur & Cie AG. Gemeinsam mit Polier Luis Lameira prüft er an diesem Januarmorgen mit einem Rückprallhammer die Druckfestigkeit mehrerer Abschnitte der neuen Bodenplatte.
Die Um- und Anbauarbeiten greifen tief in die Struktur des Hauses ein. Um das niedrige Untergeschoss auf Wohnraumhöhe zu bringen, wurden der Boden im Gebäudeinnern um knapp einen Meter abgegraben, die Wände unterfangen und in zwei Etappen die neue Bodenplatte betoniert. Die frischen Betonnocken sind von aussen sichtbar und weisen auf die neue Platte hin, auf der die bestehenden Wände neu abgestützt werden. «Unsere erste Aufgabe bestand darin, dem Haus für alle weiteren Arbeiten die nötige Stabilität zu verschaffen», sagt Imper.
Tief und noch tiefer
Kaum ist die Bodenplatte ausgehärtet, geht es auf der linken Hausseite noch eine Etage tiefer. Teilweise unter die neue Bodenplatte geschoben, entsteht dort ein neues Garagengeschoss. Der notwendige Aushub legt das Gebäude auf rund einem Drittel seiner Länge frei. «Um diesen Hausteil während der Bauphase zu sichern, müssen wir die neue Bodenplatte unterfangen, teils mit einhäuptig geschalten Wandabschnitten, teils mit Baumstämmen, die als temporäre Stützen dienen, bis die Garage erstellt und tragfähig ist», erklärt Imper. «Erst wenn diese Unterfangung abgeschlossen ist, können wir mit dem eigentlichen Bau der Garage beginnen», ergänzt Polier Luis.
Treppen und Lift
Parallel dazu laufen im Bestandsbau umfangreiche Umbauarbeiten. Bestehende Strukturen werden zurückgebaut, neue Stahlträger eingebaut, um Lasten gezielt abzuleiten und die Tragfähigkeit zu erhöhen. «Die vorhandene Substanz ist insgesamt gut», sagt Luis. «Im Untergeschoss haben wir dicke Betonwände, darüber klassisches Mauerwerk und leicht überbetonierte Hourdisdecken. Damit können wir gut arbeiten.» Ein zentrales Element des Umbaus ist die neue vertikale Erschliessung. Zur Anbindung aller Geschosse entstehen neue Treppen sowie ein Liftschacht. In Zusammenarbeit mit der Betonab AG werden die bestehenden Treppen mit jeweils zwei Treppenläufen pro Etage herausgetrennt und abgeführt. Die neuen Treppen und der Liftschacht werden in Ortsbeton in den Bestand eingepasst. «Damit das benötigte Schalungsmaterial und der Beton mit dem Kran ins Gebäude gehoben werden können, öffnen die Zimmerleute die Dachkonstruktion über dem Erschliessungskern», erklärt Imper. «Platz schaffen, damit wir überhaupt arbeiten können, das ist typisch für anspruchsvolle Umbauprojekte», sagt Luis. Sind die An- und Umbauten abgeschlossen, warten im Aussenraum weitere Herausforderungen. Entlang der Hanglage rund um die neue Garage entstehen mehrere Stützmauern und Brüstungsabschnitte. Den Abschluss bildet ein Pool in schwarz eingefärbtem Beton, der den Aussenraum zusätzlich aufwertet.
Was das Projekt für ihn besonders macht, muss Imper nicht lange überlegen: «Die Kombination von Umbau und Neubau ist spannend und fordernd. Viele Arbeitsschritte bauen direkt aufeinander auf, weshalb die Reihenfolge strikt eingehalten werden muss.» Genau hier zeigt sich die Stärke des Baur-Teams. Bis im Frühsommer sollen die Rohbauarbeiten abgeschlossen sein. Dann ist das fast hundertjährige Haus in den Grundzügen bereit für seinen nächsten Lebensabschnitt.
