07.03.2022


VIER HÄUSER, EIN ZNÜNI UND EIN BLUMENSTRAUSS

Im Entwicklungsquartier Hegi am östlichen Stadtrand Winterthurs erstellt die Bereuter Bau AG vier Wohngebäude mit zentraler Tiefgarage. Im Quartier stossen die Bauleute auf viel Wohlwollen.

Auf dem Bauplatz saust ein blau-weisses ToiToi durch die Luft. Dann eine Barelle mit Spriessen, ein Stapel Schalungsträger, Wandschalungselemente und Restholz. Bis eben noch war das Material mitten auf der Bodenplatte der künftigen Tiefgarage deponiert. Jetzt muss es weichen, um dem Baufortschritt Platz zu machen. «Chli ufruume», nennt es Florian Baumert. Der Polier der Bereuter Bau AG erklärt dem Kranführer über Funk, wo er die nächste Fuhre haben will, und marschiert zackig los, um sie dort in Empfang zu nehmen.

Am östlichen Standrand Winterthurs, im Entwicklungsquartier Hegi, realisiert die Bereuter Bau AG vier Mehrfamilienhäuser mit 50 Wohnungen sowie der dazugehörenden Tiefgarage. Die Baustelle erstreckt sich über eine grosse Hauptbaugrube und einen kleineren Nebenschauplatz: «Drei der Wohngebäude erstellen wir auf der einen Seite der Zufahrstrasse mit direktem Zugang zur Tiefgarage. Hinzu kommt ein etwas versetzt liegendes Punkthaus», erklärt Bauführer André Eichmann das Bauvorhaben.

Nach ursprünglicher Planung hätten die Baumeisterarbeiten erst im Januar 2022 starten sollen. Beim Baustellenbesuch Anfang Februar wird jedoch sofort klar, dass die Hochbau-Profis der Bereuter-Gruppe hier früher zu Werke gingen. Die Bodenplatten der Tiefgarage sowie zweier Wohngebäude sind bereits betoniert, ebenso sind mehrere Wände im Untergeschoss bereits erstellt. Auf einem Wald von Spriessen wird die erste Untergeschossdecke geschalt und mit Eisen belegt.

«Um unsere Ressourcen ideal einsetzen zu können, machten wir uns bei der Bauleitung dafür stark, dass wir früher als geplant mit den Hochbauarbeiten beginnen können», erklärt Eichmann. Man habe grünes Licht erhalten und in der Folge mit der involvierten Tiefbau-Unternehmung ein Vorgehen abgesprochen, das beiden Unternehmungen entgegengekommen sei. Gegenüber dem ordentlichen Zeitplan konnten die Hochbauer so einen Vorsprung von mehreren Wochen herausholen. Zehn Mitarbeitende der Bereuter Bau AG arbeiten nun gemeinsam mit Akkord-Schalern und -Maurern darauf hin, diesen Vorsprung bis zum Schluss zu bewahren. «Um das Bauprogramm möglichst effizient durchzubringen, ziehen wir die vier Gebäude nicht eines nach dem anderen, sondern mehr oder weniger gleichzeitig hoch», erklärt Polier Baumert. Bis Ende August sollten die Rohbauten fertiggestellt sein.

Mit Erd-, zwei vollen Obergeschossen sowie einem Attikageschoss wachsen die Neubauten eine Etage höher als die umliegenden Häuser im Wohnquartier. Ebenfalls anders als die quaderförmigen Nachbarsbauten mit Sichtmauerwerk, weisen die neuen Gebäude ungleichmässig sechseckige Grundrisse auf. Das ist optisch aufregend, bedeutet für die Bereuter-Hochbauer aber technisch keine grössere Schwierigkeit. Allerdings sorgt es für eine etwas aufwendigere Bauweise: «Die verzogenen Grundrisse führen dazu, dass beim Schalen und Mauern mehr geflickt, mehr geschnitten und mehr Steine geschrotet werden müssen», sagt Baumert.

Als weitere Spezialität werden den Gebäudefassaden grossformatige vorgefertigte Betonelemente vorgehängt. «Auf Höhe der Untergeschossdecken ziehen sie sich als Sockelelemente nahtlos um die Gebäude herum. In den oberen Geschossen kommen sie als Balkonbrüstungen zum Einsatz», so Eichmann. Insgesamt 151 Laufmeter Sockel- und 108 Lautmeter Brüstungselemente werden auf den Platz geliefert. Nebst der etwas kniffligen Montage der schweren Elemente liege die eigentliche Herausforderung darin, diese grosse Anzahl von Elementen im Umfeld des Bauplatzes zwischenzulagern, sagt Eichmann. Man könne hier von Glück sagen, seien die Platzverhältnisse vergleichsweise komfortabel.

Das Glückslos gezogen haben die Bereuter-Männer auch mit den Anwohnern. «Wir stossen auf sehr viel Wohlwollen im Wohnquartier», freut sich Polier Baumert. Es werde geschätzt, dass man die Zufahrt möglichst sauber und frei halte sowie gerne mal ein freundliches Wort wechsle. Das schaffe Goodwill, der einen durch die ganze Bauphase hindurch begleite. Und mehr noch: «Eine Anwohnerin überraschte uns vor ein paar Wochen mit einem vielfältigen Znüni für die ganze Belegschaft. Das war unglaublich», erzählt Baumert. Man habe danach etwas Geld zusammengelegt und sich mit einem schönen Blumenstrauss bei der Frau bedankt.