24.06.2025
Wenn Tradition auf Transformation trifft
Mit dem Gesamtprojekt «Puurehuus-Wermatswil» wird Geschichte neu geschrieben. Ein altehrwürdiger Landgasthof wandelt sich zum modernen Zuhause. Während draussen die Tiefbauarbeiten für den Neubauteil des Projekts laufen, treiben die Umbauprofis der Baur & Cie AG drinnen die Rückbauarbeiten voran.
Wo einst Feste gefeiert, Stammtische abgehalten und Hotelgäste beherbergt wurden, rattert, rumpelt und kreischt es im Haus. Fensterrahmen und Holzverkleidungen splittern, Rückbauroboter zerlegen altes Mauerwerk und durchtrennen Beton. Der ehemaligen Landgasthof Puurehuus in Wermatswil wird umgebaut – und zwar gründlich. Unter dem Projektnamen «Puurehuus-Wermatswil» entsteht hier ein Ensemble aus zwei Häusern mit modernen Eigentumswohnungen. Die Baur & Cie AG verantwortet im Gesamtprojekt den Umbau des zweiteiligen, teils geschützten Altbaus aus dem späten 19. Jahrhundert.
Rückbau ohne Überraschungen
«Gerade weil das Gebäude teilweise unter Schutz steht, ist der Rückbau und später auch der Neuaufbau alles andere als trivial», erklärt Massimo Evangelisti, Bauführer der Baur & Cie AG. Gemeinsam mit Polier Michel Surbeck bespricht er den aktuellen Stand der Arbeiten. Seit Mitte März ist das Team mit zwei bis drei Fachleuten vor Ort aktiv. Nachdem der leichte Rückbau mittlerweile praktisch abgeschlossen ist, geht es jetzt ans Eingemachte: «Im vorderen Gebäudeteil, der bei einem früheren Ausbau dazugekommen ist, haben wir neuralgische Stellen mit Spriessen unterfangen. Nun entfernen wir selbst tragende Wände», erklärt Surbeck. In diesem neueren Hausteil bleiben das Treppenhaus, die Decken sowie einzelne Wände erhalten. Vom älteren Gebäudeteil hingegen bleiben bald nur noch Fassade und Dach übrig. «Wir stützen die historischen Fassaden mit Stahlträgern und höhlen das Gebäude von oben bis unten komplett aus. Anschliessend unterkellern wir den Altbau in Zusammenarbeit mit unseren Kollegen des Tiefbaus.» Die bisherigen Rückbauarbeiten verliefen ohne böse Überraschungen. Lediglich ein leicht belasteter Fensterkitt wurde festgestellt. Dieser sei kein Grund zur Sorge, betont Surbeck. Die Baukaderleute gehen davon aus, dass die Rückbauarbeiten bis Ende Mai abgeschlossen sein werden.
Neuaufbau mit Beton, Mauerwerk und Holz
In der Neubauphase entstehen im alten Gewand ein Studio, vier Wohnungen, zwei Maisonettes sowie ein Hausteil mit 1 bis 7.5 Zimmern. Im neueren Gebäudeteil dominiert beim Wiederaufbau Beton und Mauerwerk. Im älteren Teil wird das neue Kellergeschoss in Beton ausgeführt, die darüberliegenden Geschosse entstehen in Holzbauweise, ergänzt nur durch einzelne Mauerwerkswände. Zum Zeitpunkt des Baustellenbesuchs liegen die Detailpläne für den Neuaufbau jedoch noch nicht vor.
Evangelisti und Surbeck blicken aber zuversichtlich nach vorne: «Die vorhandenen Pläne des Altbaus sind gut und decken sich zu grossen Teilen mit der Situation, die wir vor Ort antreffen », sagt Bauführer Evangelisti. Beim Neuaufbau seien zudem keine aussergewöhnlichen technischen Herausforderungen zu erwarten. «Logistisch ist der Umbau durchaus knifflig», ergänzt Surbeck. Dies, weil man erstens praktisch einen Neubau in eine bestehende Gebäudehülle hineinbaue. Und weil das zweitens auf einer engen Baustelle geschehe, die man mit Gruppenkollegen des Tief- und Hochbaus teile. Letztere erstellen direkt neben dem Bestandesbau den Neubauteil des Ensembles. Umso wichtiger: Die Koordination mit den Kollegen sowie mit der Bauleitung funktioniere hervorragend, betont der Bauführer
